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Was wird aus den Schulsozialarbeitern?

Jannik Golombeks Zukunft als Schulsozialarbeiter ist ebenso ungewiss wie die seiner 31 Berufskollegen
(bim). Der Sozialpädagoge Jannik Golombek (27) steht Kindern und Jugendlichen bei, wenn sie Probleme im Elternhaus oder mit Lehrern haben, wenn sie den Unterricht stören oder sich mit Schulkollegen auf dem Schulhof streiten. Außerdem unterstützt er Familien ohne ausreichendes Einkommen bei Anträgen, damit sie die gleichwertige Förderung ihrer Kinder gewährleisten können. Jannik Golombek arbeitet als Schulsozialarbeiter an der Grundschule sowie an der Hauptschule Tostedt. Er ist einer von 32 Schulsozialarbeitern im Landkreis Harburg. Ihre Zukunft ist unsicher, denn die Finanzierung dieser Stellen ist nur bis zum Ende des Jahres gewährleistet.
Der sozialpädagogische Bedarf an den Schulen sei extrem hoch, so Jannik Golombek. Insbesondere an den Grundschulen, an denen überwiegend weibliche Lehrkräfte arbeiten, sowie zum Teil fehlenden männlichen Bezugspersonen in den Familien ist er auch für Jungen ein wichtiger Ansprechpartner.
Jannik Golombek arbeitet seit zwei Jahren auf Basis von vier befristeten Arbeitsverträgen. "Ich habe die Hoffnung, dass sich etwas tut - entweder durch Bund oder Land oder durch die Samtgemeinde Tostedt", sagt er. Unter solchen Bedingungen lässt sich schließlich die persönliche Zukunft schlecht planen. "Ich strebe natürlich nach einer unbefristeten Stelle. Die Arbeit macht mir Spaß", so Jannik Golombek.
Die Stellen der Schulsozialarbeiter wurden u.a. aus dem Bildungs- und Teilhabepaket des Bundes finanziert, der bis 2013 in Niedersachsen jährlich 36 Millionen Euro zur Verfügung stellte. Weder das Land noch der Bund haben bisher eine Anschlussfinanzierung geregelt.
Deshalb sehen sich nun Landkreis und Kommunen in der Pflicht, selbst Mittel aufzubringen, damit die wichtige Schulsozialarbeit weitergeführt wird.
Seit 2012 unterstützt auch der Landkreis Harburg die Schulsozialarbeit - im Jahr 2013 mit rund 927.000 Euro.
Jetzt hat die CDU-/WG-Keistagsgruppe einen Antrag gestellt, nach dem sich der Landkreis weiterhin mit allem Nachdruck dafür einsetzen soll, "dass das Land Niedersachsen oder der Bund ihren Verpflichtungen zur Finanzierung der Schulsozialarbeit weiter nachkommen". Solange eine Finanzierung durch Land oder Bund nicht zustande kommt, soll der Landkreis zunächst für 2015 die für die Schulsozialarbeit anfallenden Kosten übernehmen und mit den Kommunen über Art und Umfang der finanziellen Beteiligung verhandeln.
Mit dem Thema befasst sich am 15. Mai der Jugendhilfeausschuss und am 8. Juli der Kreistag.