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WOCHENBLATT-Interview zur Freibad-Diskussion mit Samtgemeinde-Bürgermeister Dr. Peter Dörsam: "Befragung macht nur Sinn, wenn man die Ergebnisse ernst nimmt"

Tostedts Samtgemeinde-Bürgermeister Dr. Peter Dörsam
bim. Tostedt. Kürzlich stellten drei Planungsbüros im Fachausschuss erneut Neubau- bzw. Sanierungskonzepte für das Tostedter Freibad vor (das WOCHENBLATT berichtete). Seither hatten die Fraktionen die Möglichkeit, die Konzepte zu beraten. Im Bau- und Planungsausschuss am Donnerstag, 5. November, um 18 Uhr im Rathaus-Sitzungsraum geht es erneut ums Freibad. Das WOCHENBLATT sprach mit Samtgemeinde-Bürgermeister Dr. Peter Dörsam über das scheinbar nicht enden wollende Diskussionsthema Freibad.
WOCHENBLATT: Erwarten Sie, dass es in dieser Sitzung zu einer Empfehlung für die Beauftragung eines der drei Planungsbüros kommt?
Peter Dörsam: Es liegen drei Entwürfe von kompetenten Freibadplanern vor, alle haben bereits viel Erfahrung im Bau von Freibädern. Damit sind aus meiner Sicht die Voraussetzungen erfüllt, zu einer Empfehlung zu kommen.
WOCHENBLATT: Bereits 2012 gab es eine Bürgerbefragung zur Zukunft des Freibades. 34,2 Prozent der Bürger sprachen sich für die Sanierung zu einem Naturfreibad, 28 Prozent für den Erhalt auf jetzigem Stand und 20,8 Prozent für eine Sanierung als konventionelles Bad aus. Wie werten Sie das Ergebnis?
Peter Dörsam: Das wichtigste Ergebnis ist für mich, dass sich insgesamt 83 Prozent für die Sanierung bzw. den Erhalt des Freibades ausgesprochen haben. Der Erhalt ohne Sanierung wird allerdings aufgrund der veralteten Technik und den Problemen mit dem jetzigen Becken wahrscheinlich nicht auf längere Sicht möglich sein.
WOCHENBLATT: Auch wenn die Befragung für die Ratsmitglieder nicht – wie bei einem Bürgerentscheid - bindend ist. Meinen Sie nicht, dass Verwaltung und Politik es den Bürgern schuldig sind, den vielen Worten endlich auch Taten folgen zu lassen?
Peter Dörsam: Bindend ist die Befragung in der Tat nicht. Aber eine Befragung macht aus meiner Sicht nur Sinn, wenn man die Ergebnisse auch ernst nimmt. Es hatte noch einigen Beratungsbedarf gegeben, unter anderem über den Standort. Jetzt liegen konkrete Vorschläge erfahrener Firmen vor.
WOCHENBLATT: Es gab bereits 2013 eine Diskussion um Alternativ-Standorte. Mit welchen Argumenten wurden diese damals abgelehnt?
Peter Dörsam: Der Samtgemeinderat hatte die Verwaltung am 26. Februar 2013 beauftragt, Alternativstandorte für das Freibad und die zugehörigen Kosten aufzuzeigen. Dies wurde in einer Sitzungsvorlage vom 30. Juli 2013 umgesetzt. Hier wurden auch die hohen Kosten für einen kompletten Neubau an einem anderen Standort angeführt. Auf dieser Basis kam der Samtgemeinderat am 10. Dezember 2013 zu einem Beschluss, der neben kleineren Sanierungsmaßnahmen beinhaltete, das Freibad am jetzigen Standort zu belassen. Am 30. September 2014 hat der Rat diesen Beschluss aufgehoben und beschlossen, dass Becken und Technik erneuert werden sollen. Die Beibehaltung des Standorts wurde allerdings nochmals - mit 27 Ja- und einer Nein-Stimme bei einer Enthaltung - bekräftigt.