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Zwei Bürgermeister im Schulterschluss

TV-Journalist Hans-Jürgen Börner (Mitte) moderierte das Gespräch zwischen Udo Heitmann (li.) und Olaf Scholz (Foto: Foto: gb)
gb. Tostedt. Der eine knackte bereits eine CDU-Mehrheit, der andere will es ihm gleichtun: Beim politischen Frühschoppen übten Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz (54) und sein Jesteburger Amtskollege Udo Heitmann (59) den Schulterschluss. Die SPD-Politiker stellten sich im Tostedter „Bostelmanns Hotel“ den kritischen Fragen von mehr als 100 Bürgern. Moderiert wurde die Veranstaltung durch den TV-Journalisten und Satiremagazin-Moderator Hans-Jürgen Börner (67).
Zentrale Punkte der Gesprächsrunde waren neben den sozialen Kernthemen der SPD die Weiterentwicklung des öffentlichen Nahverkehrs, die Energiewende und die Landwirtschaft. „Wir dürfen Probleme nicht in spätere Zeiten verschieben und nur das intelligent und seriös umsetzen, was finanziell realisierbar ist“ forderte Olaf Scholz.
Großen Raum nahm auch das Thema Bildung ein. Um einen Gesamtschulbetrieb nicht mehr von einer Fünfzügigkeit abhängig zu machen, fordert Udo Heitmann eine Änderung des Schulrechts. Die Entscheidung, ob eine Schule Gesamtschule oder Oberschule sein soll, müsse in den Schulen selbst getroffen werden.
Ein „dickes Brett, das nicht losgelassen werden darf“, sehen sowohl Scholz wie auch Heitmann in der Zusammenarbeit beim Thema Verkehr. So könne eine weitere Elbquerung und der von Heitmann geforderte Umbau des Schienenverkehrsknotens Maschen zu spürbaren Entlastungen führen. Im Weiterbau der bisher nur teilweise in Betrieb genommenen neuen U-Bahnlinie 4 würden nach Scholz Worten insbesondere Pendler aus dem Süden eine bessere Anbindung an die Hamburger City erhalten.
Im Konsens erklärten beide Politiker, dass die Energiewende nicht aus der "Jute-Tüte", sondern nur mit großen Investitionen gelingen könne. So seien zum Transport von Offshore-Energie bundesweite Netze erforderlich.
Landtagskandidat Heitmann bekräftigte, er werde sich für die Stärkung der bäuerlichen statt der industriellen Landwirtschaft mit Massentierhaltung einsetzen. Jedoch müsse letztlich auch der Konsument sein eigenes Verhalten an der Ladentheke überprüfen.
Olaf Scholz, der souverän weite Teile der Diskussion beherrschte, sieht „einen guten Trend dahin, dass die SPD Ministerpräsidenten stellt.“ In Niedersachsen sei der profilierte Kämmerer Stephan Weil der richtige Mann für schwierige Aufgaben. Zwar befände man sich derzeit in einem Kopf-an-Kopf-Rennen, jedoch würden Wahlen nicht von Demoskopen, sondern vom Wähler entschieden.