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Landfrauen laden zum Erntedankfest mit internationaler Beteiligung

Wann? 20.10.2017 17:00 Uhr

Wo? Schützenhalle Kampen, Am Schützenplatz 10, 21261 Welle DE
Tostedter und Heidenauer Landfrauen bereiten gemeinsam das internationale Erntedankfest in der Schützenhalle Kampen vor
 
Rujira Kwiatkowski aus Thailand
Welle: Schützenhalle Kampen | bim. Kampen. Das wird eine ganz besondere Veranstaltung: Die Landfrauenvereine Tostedt und Heidenau organisieren am kommenden Freitag, 20. Oktober, um 17 Uhr in der Schützenhalle in Kampen ein internationales Erntedankfest, zu dem alle Interessierten aller Nationalitäten und auch die Flüchtlinge aus Tostedt, Handeloh, Heidenau und Otter herzlich eingeladen sind. Geboten werden Musik, Tanz und ein Kinderprogramm.
Wie berichtet, widmen sich die Landfrauen derzeit dem Thema Integration.
"Landwirtschaft ist etwas, das uns - unabhängig von Religion und Herkunftsland - verbindet. Wir wollen an dem Tag gemeinsam essen und feiern, uns begegnen und Hemmschwellen abbauen", sagen Bettina Brenning und Gerti Jobmann von den Tostedter Landfrauen zu der Idee zum internationalen Erntedankfest, auch wenn in anderen Ländern zu anderen Zeiten gefeiert wird.
Von dem Gedanken waren auch Handelohs Pastorin Jennifer Gillner und Tostedts Pastor Gerald Meier sofort angetan, sodass die evangelisch-lutherischen Kirchengemeinden und die Heilig-Herz-Jesu-Gemeinde sich beim Erntedankfest einbrachten bzw. einbringen werden. Nach der Begrüßung gibt es eine Andacht. "Wir berichten, wie das Erntedankfest in Deutschland gefeiert wird", so Bettina Brenning. Nach dem Essen sind die übrigen Gäste aufgerufen, von ihren Erntedankbräuchen zu berichten.
Damit die Flüchtlinge mitfeiern können, hat Becker-Tours einen Busshuttle von Tostedt und Heidenau eingerichtet. Außerdem fährt der Handeloher Gemeindebus.
"Wir erfahren ganz viel Unterstützung", so Bettina Brenning. Mit einer großzügigen Spende hat sich die Irene und Friedrich Vorwerk-Stiftung beteiligt. Zuwendungen gebe es auch von der Sparkasse und den Gemeinden. Die Landfrauen stellen Kuchen, Kaffee, Tee und Wasser zur Verfügung.
"Es ist ein riesiges Abenteuer, auf das wir uns da einlassen", erklärt Bettina Brenning ganz aufgeregt. Denn niemand weiß, wieviele Gäste tatsächlich zu erwarten sind. Mit der Schützenhalle Kampen ist jedenfalls ein Veranstaltungsort für viele Mitfeiernde gewählt. Wer mitfeiern möchte, wird gebeten, eine Kleinigkeit für das "Buffet der Kulturen" mitzubringen. Für die Kinder gibt es beim Fest Betreuungsmöglichkeiten.
Und so wird für Erntegaben in einigen anderen Ländern gedankt:
Rujira Kwiatkowski kommt aus Thailand. Dort wird im zwölften Monat des Jahres, laut Mondkalender im November, bei Vollmond, "Loi Krathong" gefeiert. Loi bedeutet schwimmen oder schweben, Krathong ist ein kleines Floß. "Es wird abends wie ein Jahrmarkt gefeiert mit Musik und Karussells. Wir bedanken uns damit beim Wasser für alles, was wächst, und entschuldigen uns, falls wir einmal Wasser verschmutzt haben", erläutert Rujira Kwiatkowski. Um Mitternacht gehen die Feiernden an den Fluss und lassen kleine Boote aus Bananenblättern zu Wasser. In Thailand gilt das Wasser als Frau, daher werden in die kleinen Boote aus Bananenblättern neben Münzen auch Fingernägel und Haare gelegt. "Alles, was nicht gut ist, wie zum Beispiel eine Krankheit, fließt mit dem Wasser weg", so Rujira Kwiatkowski.
Manon Mani kommt aus Sri Lanka. Dort wird drei Tage lang "Pongal" rund um den 14. oder 15. Januar gefeiert. "Das ist unser Erntedankfest, bei dem wir der Sonne danken", so Manon Mani. Pongal bezeichnet auch das Reisgericht, das während des Festes gekocht wird. "Der erste Tag ist das Jahresende, da wird symbolisch alles herausgeworfen. Der zweite Tag ist Pongal-Kochen mit Reis, Kokosmilch und Palmzucker. Alle feiern zusammen mit Freunden und Nachbarn und tauschen Süßigkeiten aus. Am dritten Tag feiern wir mit unseren Kühen und kochen für sie Pongal, weil sie für uns die Feldarbeit machen", erläutert Manon Mani.
Hüsna Bingöl kommt aus der Türkei. Dort ist der Ramadan, der Fastenmonat der Muslime und neunter Monat des islamischen Mondkalenders, vergleichbar mit dem Erntedank. "Der Fastenmonat bietet Gelegenheit, darüber nachzudenken, das Selbstverständliche wieder schätzen zu lernen. Der ganze Monat Ramadan und das Ramadanfest stehen im Zeichen des Dankens für Gottes Wohltaten", erläutert sie. "Gott oder Allah wird gedankt für Unterhalt und Nahrung, für alles, was zu unserem Nutzen wächst und gedeiht."