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So schützt man sich vor Taschendiebstahl: Hilfreiche Tipps von Polizei und Weissem Ring

Katrin Ragge und Karl-Heinz Langner informierten, wie man sich vor Taschendiebstahl schützen kann
 
Polizeibeamtin Katrin Ragge weist Kaufhaus-Kundin Gabriele Hertle darauf hin, die Tasche geschlossen zu halten und immer eng am Körper zu tragen
bim. Tostedt. Die offene Handtasche lässig um die Schulter gehängt, damit man schnell bei Bedarf das Portemonnaie zücken kann - und schon kann es passieren: Taschendiebe greifen blitzschnell und unbemerkt zu. Um für diese Straftaten zu sensibilisieren, informierten jetzt die Tostedter Polizeibeamtin Katrin Ragge und Karl-Heinz Langner, langjähriger Leiter der Polizeistation Tostedt und Außenstellenleiter der Opferhilfeorganisation Weisser Ring, im Tostedter Kaufhaus Bade darüber, wie die Diebe vorgehen und wie man sich schützen kann.
"Wir wollen die Leute sensibilisieren und dazu bewegen, auch einmal selbstkritisch das eigene Verhalten zu hinterfragen", so Katrin Ragge. Das Sprichwort "Gelegenheit macht Diebe" treffe allzu häufig zu, wenn Menschen ihre Tasche oder die Geldbörse während des Einkaufs einfach im Einkaufswagen oder Rollator liegen lassen. "Viele fühlen sich in ihrer Gemeinde und den ihnen vertrauten Geschäften so sicher wie im eigenen Wohnzimmer", sagt die Polizeibeamtin zu der Arglosigkeit.
Neben dieser Art des Taschendiebstahls gibt es den Trickdiebstahl: Ein Täter lenkt das Opfer ab, baut Körperkontakt auf, während ein anderer Täter Wertgegenstände oder die Tasche klaut. "Man darf Trickdiebe nicht unterschätzen. Sie sind hochtrainiert und könnten mit ihrer Fingerfertigkeit auch im Theater auftreten", mahnt Karl-Heinz Langner.
Und dann gibt es noch die ganz dreisten Raubdelikte - wie erst kürzlich in Tostedt geschehen - als ein Radfahrer versuchte, einer Frau im Vorbeifahren die Handtasche zu entreißen. Als dies nicht gelang, wurde der Täter noch gewalttätiger und riss so heftig an der Handtasche, dass das Opfer stürzte.
Karl-Heinz Langner macht Geschädigten Mut, sich an die Polizei oder den Weissen Ring zu wenden. "Ich befürchte, dass die Dunkelziffer besonders hoch ist und viele dieser Delikte nicht zur Anzeige gebracht werden. Entweder aus Scham, dass jemand Fremdes an den eigenen Sachen war und man es nicht merkte. Oder bei Älteren, weil sie Angst vor der eigenen Familie haben", so Langner. Er vermutet, dass manche Senioren um ihre Eigenständigkeit bangen, weil die eigenen Kinder nach einer solchen Straftat die Mündigkeit infrage stellen könnten. Doch Opfer einer Straftat zu werden, sei schließlich kein Makel.


So schützt man sich vor Taschendiebstählen:

Nur so viel an Bargeld oder Zahlungskarten mit sich führen wie notwendig;
Bargeld und Zahlungskarten am Körper verteilt tragen, möglichst in Gürteltaschen oder Brustbeuteln;
Hand- und Umhängetaschen immer mit der Verschlussseite zum Körper tragen;
Bei Gedränge und in unübersichtlichen Situationen noch stärker auf Wertsachen acht geben;
die Handtasche stets geschlossen halten und nie unbeaufsichtigt lassen.

Wenn es zum Diebstahl gekommen ist:

andere Personen auf den Dieb aufmerksam machen und um Hilfe bitten;
sich Tätermerkmale einprägen;
den Vorfall sofort der Polizei melden;
sämtliche Karten sofort sperren lassen.


Das sollten die Zeugen tun:

Öffentlichkeit herstellen und laut auf die Situation aufmerksam machen.
Andere Menschen im Umfeld direkt ansprechen und sie bitten, die Polizei unter 110 zu rufen.
Sich nicht selbst in Gefahr bringen und nicht versuchen, den Täter festzuhalten, dafür ist die Polizei da.
Sich Tätermerkmale für eine spätere Beschreibung einprägen und als Zeuge am Tatort bleiben.
Und ganz wichtig: dem Opfer Beistand leisten.

Hilfe für Opfer

Opfer von Straftaten können sich unter Tel. 116006 an den Weissen Ring wenden. Die Organisation leistet u.a.:
Beistand und Betreuung;
Begleitung zu Terminen bei Polizei, Staatsanwaltschaft und Gericht;
Vermittlung von Hilfen anderer Organisationen;
Hilfeschecks für eine für das Opfer jeweils kostenlose frei wählbare anwaltliche oder psychotraumatologische Erstberatung sowie für eine rechtsmedizinische Untersuchung;
Gewährung von Rechtsschutz zur Wahrung von Opferschutzrechten im Strafverfahren und zur Durchsetzung von Ansprüchen nach dem Opferentschädigungsgesetz;
finanzielle Unterstützung zur Überbrückung tatbedingter Notlagen.

Außenstellenleiter Karl-Heinz Langner steht auch gerne für Vorträge zu den Themen Prävention und Zivilcourage zur Verfügung. "Diese Vorträge sind kostenlos, aber nicht umsonst", verspricht Langner. Er ist erreichbar unter Tel. 0151-55164733 oder karl-heinz.langner.wr@ewe.net.