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Damit junge Dänen nicht in fiktiven Firmen arbeiten müssen, kommen sie nach Deutschland

Janni Horn mit Malte Claußen, Geschäftsführer von VEH-Solar- und Energiesysteme, und Ausbilderin Annette Gauger
 

Janni Horn wird bei VEH-Solar- und Energiesysteme zur Kauffrau für Bürokommunikation ausgebildet

bim. Todtglüsingen. „Janni ist sehr lernwillig. Auch menschlich mögen wir sie. Sie ist eine Frohnatur“, lobt Malte Claußen, Geschäftsführer des Unternehmens VEH-Solar- und Energiesysteme, seine Praktikantin. Auch die Kunden sind von der jungen Frau und ihrem charmanten Akzent begeistert. Janni Horn (21) ist extra aus Dänemark nach Deutschland gekommen, um sich hier zur Kauffrau für Bürokommunikation ausbilden zu lassen, denn in ihrer Heimat fehlen Ausbildungsbetriebe.
In Dänemark arbeiten die jungen Leute, die keinen „echten“ Ausbildungsplatz bekommen haben, in fiktiven Firmen. „Da sitzen wir alle an Computern in einem Büro. Über Intranet werden Lieferwege und Kunden simuliert“, berichtet die 21-Jährige. Praxisnahe Erfahrungen fehlen.
„Ich wollte immer gerne ins Ausland“, erzählt Janni Horn, die seit der sechsten Klasse die deutsche Sprache erlernt hat und bereits öfter in Deutschland im Urlaub war. Über ihren Vater, der in Dänemark bei Solarventi arbeitet, und dessen Geschäftsführer dort kam der Kontakt zu Malte Claußen zustande. Nach einem dreimonatigem Praktikum startete nun ihr sogenanntes PIU-Praktikum, das Teil der dänischen, beruflichen Ausbildung ist.
„Ich fühle mich wohl hier. Nach zwei Monaten hatte ich das erste Mal in meinem Leben das Gefühl, angekommen zu sein. Heimweh habe ich nicht“, so die sympathische 21-Jährige. In Tostedt bewohnt sie ein möbliertes Zimmer und hat sich mit zwei jungen Wohnungsnachbarn angefreundet. Außerdem trifft sie Gleichgesinnte im Christus Centrum Tostedt. Das Schwimmen im Baggersee des Todtglüsinger Sportvereins zählt neben dem Herstellen von Schmuck und Handarbeiten zu ihren Hobbys. Über das Internet hält sie Kontakt zu ihren Freunden in Dänemark. „Die Welt ist dank des Internets doch so klein geworden“, sagt sie.
In der Firma VEH legt Janni Horn beispielsweise Präsentationsordner an, übernimmt die Vorbereitung von Messen und Veranstaltungen sowie die Rechnungskontrolle und bekommt Einblicke in die Warenwirtschaft. Malte Claußen finanziert Janni einen Deutschkursus. Außerdem hat er für sie einen Kursus in Lohnbuchhaltung bei der IHK und ein dreiwöchiges Praktikum bei Solarventi in Dänemark geplant. Dreimal muss Janni Horn zudem zu je zweiwöchigen Schulblöcken nach Dänemark reisen. Dort legt sie Anfang 2015 auch ihre Prüfung ab.
Wenn das PIU-Praktikum, das in Deutschland mit dem zweiten Ausbildungsjahr vergleichbar ist, Ende Juli 2015 beendet ist, möchte Janni Horn weiterhin in Deutschland leben und arbeiten. Die Chancen, von Malte Claußen übernommen zu werden, stehen gut. „Ich hätte das nicht gemacht, wenn ich nicht die Absicht hätte, sie einzustellen“, so Claußen. Eine Verpflichtung, die PIU-Praktikaten später zu übernehmen, besteht aber nicht.


Deshalb gibt des das PIU-Programm

In Deutschland klagen viele Betriebe über mangelnden Fachkräftenachwuchs. In Dänemark hingegen fehlen Ausbildungsbetriebe. Diese Schieflage auszugleichen, hilft das dänische PIU-Programm, das junge Menschen aus Dänemark nach Deutschland vermittelt und auch die Sozialversicherungsbeiträge für ein Jahr übernimmt.
• Nähere Informationen zu dem Programm gibt es im Internet unter www.piu-sekretariatet.dk