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Gemüse-Behr: Vom Fischer zum erfolgreichen Gemüse-Anbauer mit eigener Salat-Kreation

Die Ernte ist bei der Behr-AG Handarbeit. Hier werden Radieschen geerntet
 
Die Radieschen werden gleich gebunden und auf dem Erntewagen gewaschen und in Kisten sortiert (Foto: Birger Exner)
(bim). Wer auf dem Markt bestehen will, muss innovativ sein. Mit dem sofortigen Reagieren auf sich verändernde Rahmenbedingungen, dem stetigen Erschließen neuer Märkte, der Aufnahme weiterer Pflanzkulturen bis hin zu einem selbst konzipierten, effizienten Erntesystem hat der inhabergeführte Gemüsebetrieb Behr, in vierter Generation geleitet von Rudolf Behr, dieses Prinzip eindrucksvoll verinnerlicht. Die Behr AG mit Hauptsitz in Seevetal-Ohlendorf (Landkreis Harburg) ist zu einem europaweit agierenden Unternehmen gewachsen und einer der führenden Gemüse-Anbaubetriebe in Deutschland. Jetzt wurde dort eine eigene Salat-Kreation gezüchtet: der „Salarico“ - eine Mischung aus Römer- und schmackhaft-knackigem Eisbergsalat, der derzeit auch im Radio beworben wird.
Wer im Supermarkt zum Salatkopf greift, weiß womöglich gar nicht, dass es ein Produkt der Behr AG ist. Denn nicht überall, wo Behr drin ist, steht auch Behr drauf. Die Gemüse werden nicht nur unter der Hausmarke „Gemüsegarten“, sondern u.a. auch als „Bauers Beste“ und „Unsere Heimat“ vermarktet. Die Behr AG beliefert Edeka- und Rewe-Märkte ebenso wie diverse Discounter.
Der Ur-Betrieb hatte seinen Sitz in Rosenweide am Elbdeich. „Die Familie Behr lebte damals von der Fischerei aus der Elbe“, berichtet Marketingleiter Birger Exner. Als die Überfischung zunahm, sattelte die Familie 1882 auf den Gemüseanbau um. Die Waren wurden damals noch mit Elbkähnen zum Verkauf auf den Großmarkt in Hamburg gebracht.
Ursprünglich wurden nur wenige Kulturen mit hoher Stückzahl produziert. Der Trend zu mehr Regionalität führte zu weniger Auslastung und zum Umdenken, sodass inzwischen nicht mehr nur heimische Gemüsesorten, sondern z.B. auch Radieschen angebaut werden, die eigentlich in der Pfalz beheimatet sind. Rund 50 verschiedene Gemüsesorten werden heute auf 4.000 Hektar Freilandflächen angebaut, davon werden 150 Hektar ökologisch bewirtschaftet. Außer in Ohlendorf, wo Eisbergsalat, Kohlrabi und Staudensellerie die Hauptkulturen sind, wird das Behr-Gemüse in Mecklenburg-Vorpommern und Hessen angebaut.
Damit der Salatkopf buchstäblich auch im Winterhalbjahr rollt, produziert die Behr AG von November bis April nach den gleichen hohen Richtlinien im eigenen Betrieb in Spanien. Das Gemüse von dort wird vorwiegend im deutschen Lebensmittel-Einzelhandel vermarktet, aber auch u.a. nach England, Österreich und die Schweiz exportiert.
Für Rucola und Rettich arbeitet die Behr AG, die Mitglied der Erzeuger der Mecklenburger Ernte ist, mit Vertragsproduzenten zusammen.
Eine Besonderheit bei der Behr-AG ist das selbst entwickelte Zwölf-Meter-Anbau- und Erntesys-
tem, das einen effizienten Anbau ermöglicht. So könnten auf einem Hektar 84.000 Köpfe Eisbersalat wachsen. Bei der normalen Arbeitsbreite von 2,50 Meter seien es 64.000 Pflanzen pro Hektar, weil es mehr Fahrspuren gibt, erläutert Birger Exner das System.
Die Ernte ist Handarbeit. Neben den 300 fest Angestellten des Unternehmens sind zur Erntezeit 1.000 Saisonarbeitskräfte, überwiegend aus Polen und Rumänien im Einsatz. „Die Behr AG weicht deutlich von der allgemeinen Beschäftigungsstrategie im Gemüsebau ab. Während der Durchschnitt 82 Prozent der Lohnsumme steuer- und versicherungsfrei über kurzfristige Saisonarbeit abdeckt, sind das bei der Behr AG nur 45 Prozent. Die Behr AG sorgt überdurchschnittlich für sozialversicherungspflichtige Beschäftigung und Ganzjahresarbeitsplätze an den Standorten", so Birger Exner.
Das Gemüse wird noch auf den Erntewagen gewaschen und in Kisten gepackt. Diese werden dann zur Lagerhalle in Thieshope gebracht, wo das Gemüse endgültig für den Verkauf verpackt, auf vier Grad heruntergekühlt und für den Transport bereit gestellt wird. „Von der Ernte bis zur Auslieferung vergehen keine 24 Stunden“, so der Marketingleiter.
Jedes Jahr kommen neue Gemüsesorten hinzu und werden neue Ideen umgesetzt. So baut die Behr AG seit vergangenem Jahr auch Mini-Pak Choi an. „Durch den Kochshow-Boom findet dieses vielseitige Gemüse reißenden Absatz“, berichtet Birger Exner. Ebenfalls seit 2015 ist eine Smoothie-Mischung im Angebot: In einer Verpackung erhält der Kunde jungen Blattgrünkohl und Spinat sowie ein Rezept, das für zwei Gläser frischen Smoothie reicht.
Für die gentechnikfreie Salat-Innovation „Salarico“ wurden in Zusammenarbeit mit Saatgut-Lieferanten die Pflanzen auf kleinen Feldern angepflanzt und entsprechend selektiert, bis der gewünschte Salat gezüchtet war. Das Ergebnis ist ein Kopf, der optisch einem Römersalat ähnelt, knackig ist wie ein Eisbergsalat und einen leicht süßlichen Eigengeschmack hat.
Ebenfalls seit diesem Jahr ist Pflücksalat mit essbaren Blüten, genannt „Salafleur“, im Angebot.
• Mehr über das Unternehmen ist im Internet nachzulesen unter www.behr-ag.com.