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Meteorologische Messinstrumente für die ganze Welt

Die Geschäftsführung der Eigenbrodt KG (v. li.): Hans-Jürgen, Olaf und Andrea Dahl (Foto: Eigenbrodt KG / Michael Rauhe)
 
(Foto: Eigenbrodt KG / Michael Rauhe)
bim. Königsmoor. Die Fertigungshalle im 650-Seelen-Dorf Königsmoor ist unscheinbar. Nichts deutet darauf hin, dass hier modernste meteorologische Instrumente und umweltmesstechnische Geräte hergestellt werden, die auf der ganzen Welt gefragt sind. Die Eigenbrodt GmbH & Co. KG in der Baurat-Wiese-Straße 68 ist Weltmarktführer bei automatischen Niederschlagssammlern und -monitoren und eines von 16 innovativen Unternehmen im Landkreis Harburg, das sich beim Tag der Wirtschaft am Freitag, 18. August, vorstellt.
Die in Königsmoor von der Eigenbrodt KG entwickelten Sammler und Messinstrumente sind für die Klimaforschung, Wetterberichte und Schadstoff-Analyse von Bedeutung. Zu den Kunden zählen u.a das Umweltbundesamt, der Deutsche Wetterdienst und das Alfred Wegener Institut für Polarforschung sowie viele internationale Wetterdienste, Umweltbehörden, Institute und Universitäten.
Derzeit bearbeitet das mehrfach ausgezeichnete Unternehmen einen Auftrag des Deutschen Wetterdienstes. „Der Wetterdienst automatisiert seine Stationen. Für 40 von ihnen wird es dann keine menschlichen Beobachter mehr geben“, erläutert Eigenbrodt-Geschäftsführerin Andrea Dahl. Bisher wurde an diesen Stationen der Niederschlag in einer Wanne gesammelt und für die Ermittlung der Niederschlagsmenge sowie zur Untersuchung der Radioaktivität in der Luft manuell abgefüllt. „Wir haben nun einen Auftrag für einen Riesen-Sammler bekommen. Der Wetterdienst gab die Größe der Auffangfläche und das Volumen des Sammelgutes sowie das Ausscheideprinzip vor. Wir entwickeln nun einen Sammler mit einem Quadratmeter Auffangfläche samt Ionenabscheider und Steuerung über Fernzugriff“, erläutert die Expertin.
Seit der Unternehmensgründung im Jahre 1885 haben sich die Herausforderungen an Wetter- und Klimaforschung geändert, denen sich die Eigenbrodt KG stets stellte. War Anfang der 1980er Jahre der „saure Regen“ gefürchtet und ein Schwerpunkt bei der Wasserproben-Analyse, steht heute u.a. die Belastung durch Pestizide und Quecksilber im Mittelpunkt. So will die EU den Quecksilbergehalt in der Luft bis 2022 auf Null senken.
So erfolgreich das Unternehmen in der Auftrags-Fertigung der speziellen Mess- und Analysegeräte auch ist, so unkalkulierbar ist die Auftragslage. Daher ist die Eigenbrodt KG weiterhin ein Unternehmen mit Zerspanung und elektronischer Fertigung sowie auch Handelsunternehmen, das Produkte für hydrologische Untersuchungen vertreibt.
Derzeit sind in dem Familienbetrieb - inklusive den Geschäftsführern Hans-Jürgen, Olaf und Andrea Dahl - 15 Mitarbeiter beschäftigt. „Zur Unterstützung unseres Teams suchen wir aktuell noch Auszubildende“, so Andrea Dahl. Voraussetzungen: gute Noten in naturwissenschaftlichen Fächern und handwerkliches Geschick. Junge Leute und alle Interessierten sind herzlich eingeladen, die Eigenbrodt KG beim Tag der Wirtschaft kennenzulernen.
Die Teilnehmerzahl für alle Besichtigungen und Führungen ist begrenzt. Um Anmeldung bis 11. August wird gebeten unter Tel. 04171-693555 oder per E-Mail an wirtschaftsfoerderung@lkharburg.de.

Unternehmensgeschichte

Das Unternehmen wurde 1885 in Hamburg gegründet und 1934 von Hans-Jürgen Dahls Schwiergervater Walter Eigenbrodt übernommen. 1976 kam die Firma nach Königsmoor, weil es in Hamburg keine Expansionsmöglichkeiten gab.
Die Firma G. K. Walter Eigenbrodt war zunächst auf den Bau von Analyse-Waagen spezialisiert. Anfang der 1960er Jahre entwickelte Hans-Jürgen Dahl mit dem Deutschen Wetterdienst einen Schiffsregenmesser und in den 1970er Jahren mit dem damaligen Leiter der Intensivstation an der Universitätsklinik in Münster das erste Langzeitbeatmungsgerät für Frühchen und Säuglinge. Der Schwerpunkt des Unternehmens liegt aber seither vor allem auf dem Bau und der Weiterentwicklung von Niederschlagssammlern.
1983 wurde ein Elektronik- und Montageraum an das Betriebsgebäude in Königsmoor angebaut.
Neben Hans-Jürgen Dahl arbeiten im Unternehmen seine Frau Edith im Büro mit sowie die Kinder Olaf Dahl, der Verfahrensingenieur und auf die technischen Aspekte spezialisiert ist, und Andrea Dahl, deren Schwerpunkt auf dem Kaufmännischen liegt.