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Tischler-Gesellin hat als einzige Frau erfolgreich Tischler-Ausbildung abgeschlossen

Cynthia Schimenowski zeigt ihr Gesellinnenstück, eine Gaderobe in Kiefer (Foto: privat)

Cynthia Schimenowski (20): „Der direkte Kundenkontakt hat mir gut gefallen“


ab. Tostedt. ie hat es geschafft: Nach drei Jahren hat die 20-jährige Cynthia Schimenowski jetzt erfolgreich ihre Ausbildung zur Tischlerin abgeschlossen und kürzlich ihren Gesellinnenbrief erhalten. Dabei war die junge Frau der einzige weibliche Azubi in ihrer Berufsschulklasse. „Zu Beginn gab es noch ein weiteres Mädchen, das aber nach kurzer Zeit wieder aufgehört hat“, erzählt Schimenowski. In ihrer Klasse habe sie mit den Klassenkameraden keine Probleme gehabt, alle seien nett gewesen, „ich habe mich dort wohl gefühlt“, sagt sie. Die Ausbildung begann mit einem Schuljahr an der BBS, der Berufsbildenden Schule in Buchholz. Anschließend ging es für zwei Jahre in den Tischlerei-Betrieb von Peter und Diethelm Brehm nach Tostedt.

Besonders gefallen hat der frisch gebackenen Gesellin dabei der viele Kundenkontakt: „Bei Aufträgen direkt vor Ort habe ich immer wieder neue Menschen kennengelernt“, sagt sie. Weniger schön sei gewesen, dass es körperlich anstrengender war, als sie anfangs dachte.

Auch dass man achtsam und stets vorsichtig mit den Werkzeugen umgehen muss, hatte die ehemalige Azubiene am eigenen Leib zu spüren bekommen. „Einmal habe ich nicht aufgepasst und bin mit der Hand in die frei drehende Säge geraten.“ Dabei wurde eine Sehne an der Hand durchtrennt, Cynthia Schimenowski musste sechs Wochen lang aussetzen.

Auf die Idee, mal ein Praktikum in einer Tischlerei zu machen, sei ihr Vater gekommen, der selbst eine Dachdeckerei betreibt. Das habe ihr gefallen, sagt sie. Nach 35 Bewerbungen habe sie schließlich einen Ausbildungsplatz bei Peter und Diethelm Brehm erhalten.

Gerne würde Cynthia Schimenowski als Restaurateurin arbeiten. „Doch das ist leider ein aussterbender Beruf“, fügt die junge Frau hinzu. Im Moment macht sie Urlaub in Dresden, erholt sich dort von ihren Prüfungen und wird anschließend in den Dachdeckerei-Betrieb ihres Vaters „hineinschnuppern“.