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Hohe Dunkelziffer bei Menschenhandel vermutet

(ab). Das Landeskriminalamt (LKA) Niedersachsen befürchtet, dass die Zahl der Frauen, die Opfer von Menschenhandel sind, höher liegt, als bisher bekannt. Einem internen polizeilichen Lagebericht zufolge geht man offiziell nur von 50 Opfer aus, doch nach Christian Zahel, Abteilungsleiter für Organisierte Kriminalität im LKA, seien angesichts ein paar Tausend Prostituierter in Niedersachsen 50 Frauen sehr wenig. Auch sei es für die Polizei schwierig. Menschenhandelsopfer auszumachen und die Täter zu überführen.
Laut Lagebericht seien 80 Prozent der Frauen ausländisch, vor allem Frauen mit bulgarischer und rumänischer Nationalität. Mehr als die Hälfte sei zwischen 18 und 20 Jahre alt. Die meisten der registrierten Opfer wurden in Bars oder Bordellen ermittelt. Von den vermuteten Tätern stammten 34 Prozent aus Bulgarien, 22 Prozent aus Deutschland.
Niedersachsens Justizministerin Antje Niewisch-Lennartz (Grüne) forderte jetzt eine Reform des Paragraphen 232 "Menschenhandel zum Zweck der sexuellen Ausbeutung" im Strafgesetzbuch. Zurzeit sei, so kritisiert sie, ohne eine Aussage der oft traumatisierten Frauen eine Verurteilung kaum möglich. Auch Tatsachen sollten, schläft Niewisch-Lennartz vor, als Beweise für Menschenhandel ausreichen.