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Patrouille gegen Pferderipper

Ellen Tiedemann-Bartsch mit ihrem Wallach "Aladin", der sich allmählich von der Schnittverletzung erholt

Mutiges Duo will auf Weiden wachen / Keine heiße Spur nach Serie von Quälerei / Täter ein Trittbrettfahrer?

tp. Heinbockel. In der regionalen Reiterszene grassiert weiter die Angst vor dem unbekannten Pferderipper. Nachdem das WOCHENBLATT kürzlich von einer Serie brutaler Quälerei an Pferden im Süden der Elbe berichtet hatte, bieten jetzt zwei mutige junge Männer den Haltern ihre ehrenamtliche Unterstützung an: Lukas Pfeiffer (17) aus Stade und sein Freund Joni Bonni (20) aus Hamburg sind Sicherheitsmänner in der Ausbildung und wollen freiwilligen Streifendienst leisten.

"Eine gemeinsame Bekannte von uns ist Pferdenärrin, daher gehen uns die Vorfälle nahe, sagen Lukas Pfeiffer und Joni Bonni, die eine Ausbildung zur Fachkraft für Schutz und Sicherheit absolvieren. Das Duo will kostenlos nachts und an Wochenenden unbewaffnet auf Weiden patroullieren und verdächtige Personen gegebenenfalls bis zum Eintreffen der Polizei festhalten.

"Wir sind nach wie vor verunsichert und müssen wachsam sein", sagt Tierfreundin Ellen Tiedemann-Bartsch aus Heinbockel, die Anzeige erstattete, nachdem ein Tierschänder ihren Wallach "Aladin" (13) mit Schnitten in der Nähe der Genitalien malträtiert hatte - nur einer von mehreren ungeklärten Vorfällen auf der Stader Geest, die längst nicht alle der Polizei gemeldet wurden. Die meisten Halter sind weiblich und fürchten offenbar, dass ein psychisch Kranker mit den Taten seinen unterschwelligen Aggressionen gegen Frauen Luft macht.

Obwohl sich der WOCHENBLATT-Artikel "Er schneidet, sticht und stranguliert" im Internet rasch verbreitete und online rund 25.000 Zugriffe erzielte, gingen bei der Polizei in Stade keine verwertbaren Zeugenhinweise ein. Es gibt keine heiße Spur.

Spekulationen, hinter den Taten könnte der bislang nicht gefasste Pferderipper stecken, der bis Ende 2003 in Norddeutschland Tiere attackierte, ist laut Polizei unwahrscheinlich. Der Sprecher des Landeskriminalamtes Hannover, Frank Ferderau, sagt: "Der damalige Täter hat eine außergewöhnliche Handschrift, die danach nicht mehr festgestellt wurde. Er zeichnete sie sich durch äußerste Brutalität aus." Im Zusammenhang mit den damaligen Berichterstattungen habe es leider auch einen Anstieg der Zahl der Trittbrettfahrer gegeben.

Eine seinerzeit eingerichtete Sonderkommission aus erfahrenen Ermittlern, einem Jäger und einer Psychologin überprüfe nach wie vor Meldungen von Pferdemisshandlungen. "Bis heute negativ", so Federau.

• Kontakt zu Wachmann Lukas Pfeiffer: Tel. 0172 - 8557311.