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50 Millionen Flüchtlinge weltweit

Gerettete Flüchtlinge auf einem Schiff: Schätzungen gehen davon aus das seit 1993 rund 20.000 Flüchtling allein beim Versuch Italien mit dem Boot zu erreichen ertrunken sind (Foto: archiv)
(mi). Kriege, Bürgerkriege, Hunger, Verfolgung oder der Wunsch, die eigene Lebenssituation zu verbessern - weltweit waren im Jahr 2013 geschätzt rund 50 Millionen Menschen auf der Flucht. Die höchste Zahl seit dem Zweiten Weltkrieg.
Für 864 Menschen aus 37 verschiedenen Staaten, die nach Deutschland geflüchtet sind, endete ihre Flucht im Landkreis Harburg (Stand September 2014). Im laufenden Jahr kamen die meisten Flüchtlinge aus Syrien (117). Gefolgt vom Sudan (76), Eritrea (57), Afghanistan (28) und Somalia (26).
Insgesamt beantragten 2013 rund 127.000 Menschen Asyl in Deutschland. Die weltweit größten Aufnahmeländer für Flüchtling sind laut UN-Flüchtlingshilfswerk Pakistan, hier suchten 1,6 Millionen Menschen Zuflucht, Iran (857.400) Libanon (856.500), Jordanien (641.900) und die Türkei (609.900).
Die drei Hauptherkunftsländer sind laut UNHCR Afghanistan (2,6 Mio.), Syrien (2,5 Mio.), Somalia (1,1 Mio.). Das deckt sich mit den Herkunftsländern der Flüchtlinge im Landkreis. Doch wovor fliehen die Menschen vor Krieg oder vor Armut? Wie sieht es in ihrer Heimat aus? Drei Beispiele:
• Syrien: Im Bürgerkrieg zwischen Regierung und verschiedenen opositionellen Splittergruppen,die sich teilweise auch untereinander bekämpfen, wurden seit 2011 bis zu 60.000 Menschen getötet. In den Kampfzonen ist die Infrastruktur zusammengebrochen, hundertausende Schulen, Kirchen und andere Gebäude sind zerstört, es kommt immer wieder zu massiven Menschenrechtsverletzungen, wie Folter und willkürlichen Hinrichtungen. Rund 4,2 Mio. Syrer sind auf der Flucht. Die Türkei hat alleine 300.000 Menschen aufgenommen. 6,8 Mio. Menschen sind in Syrien laut Welt-Hunger-Hilfe auf Nothilfe angewiesen
• Sudan: Der 2003 ausgebrochene Konflikt um die Region „Darfur“ hat sich wieder verschärft, dort kämpfen seit Jahren Rebellengruppen sowie Regierungstruppen und Paramilitärs. Es kam zu Massakern an Zivilisten, die teilweise als ethnische Säuberungen eingestuft werden. Insgesamt sind ca. 300.000 Menschen getötet worden. Bis 2005 befand sich der Sudan außerdem im Bürgerkrieg.
• Somalia: Eine Zentralgewalt gibt es nicht, seit 1991 herrscht Bürgerkrieg. Hauptkonfliktparteien sind Regierungstruppen, unterstützt von internationalen Kräften, und die radikalislamistischen al-Schabaab-Milizen. Dazu kommen bewaffnete Konflikte zwischen verschiedensten Clans. Immer wieder kommt es zu massiven Menschenrechtsverletzungen. Es wird geschätzt, dass in Somalia rund 70.000 Kindersoldaten kämpfen. Eine Dürre kostete von 2010 bis 2012 rund 250.000 Menschen das Leben. Seit 2012 bemüht sich eine politische Regierung um eine friedliche Lösung.
Experten gehen davon aus, dass sich weltweit die Flüchtlingszahlen erhöhen. Ursachen sind mehr Krisen und Kriege, zunehmendes Wohlstandsgefälle und immer öfter Klimakatastrophen.
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