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A26: NABU bricht Gespräche ab

Wieder mal droht eine Verzögerung beim Anschluss der A26 an die A7. Die Autobahn-Planung wirft viele Fragen auf
bc. Hamburg. Das ist kein gutes Signal für all die Bürger im Landkreis Stade, die sich einen schnellen Anschluss der Autobahn 26 an die A7 wünschen. Der NABU und weitere Naturschutzverbände haben jetzt die Güteverhandlungen mit dem Hamburger Senat abgebrochen. Die Umweltschützer kritisieren, dass ihre Belange im Planverfahren zur Autobahn nicht ausreichend berücksichtigt werden.

Erneut droht eine Verzögerung. Derzeit ist geplant, 2017 mit dem Bau der A26 auf Hamburger Gebiet zu beginnen. 2021 könnten dann die ersten Autos über den vierten Abschnitt der Autobahn rollen.

Konkret geht es dem NABU um einen geplanten Biotop-Korridor von mindestens 400 Metern Breite, der als Ausgleichsfläche für die massiven Naturverluste und die Neuordnung der Obstbauflächen angelegt werden soll. Er soll die Naturschutzgebiete im Moorgürtel mit denen der Alten Süderelbe verbinden. Der NABU beklagt nun, dass die Stadt eine zentrale Fläche für den Korridor entgegen der Absprache an die Moorburger Obstbauern vergeben hat. "Die Stadt ließ uns lange in dem Glauben, diese Fläche könnte für das Biotop zur Verfügung stehen“, kritisiert Alexander Porschke, Vorsitzender des NABU Hamburg.

Hätten NABU und die Stadt in dem Punkt Konsens gefunden, hätten die Verbände auf Klagen gegen das laufende Planfeststellungsverfahren verzichtet. Nicht ausgeschlossen, dass der NABU jetzt zu juristischen Mitteln greift. Die Umweltschützer appellieren an Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz (SPD), doch noch für einen erfolgreichen Interessenausgleich zu sorgen.

Mit den Obstbauern hat sich die planende Hamburger Wirtschafts- und Verkehrsbehörde dagegen bereits Ende 2014 geeinigt. Die Stadt stellt den betroffenen Landwirten hofnahe Ersatzflächen zur Verfügung, im Gegenzug verzichten sie auf Klagen.

In einer Stellungnahme kritisiert die Behörde das Verhalten des NABU. Darin heißt es: "Die Stadt hat von Anfang an das Gespräch mit den verschiedenen Interessengruppen gesucht, um eine Balance zwischen den verkehrlichen, hafenwirtschaftlichen, landwirtschaftlichen und ökologischen Belangen hinzubekommen." Die zentrale Forderung der Umweltverbände nach einem Biotopkorridor sei dabei berücksichtigt worden. Das habe erhebliche Zugeständnisse von Landwirtschaft, Autobahnausbau und Hafen verlangt.

Behördensprecherin Helma Krstanowski dazu wörtlich: "Dem vom NABU geforderten unverrückbaren Vorrang von Naturschutzinteressen kann im Hinblick auf die erwähnten unterschiedlichen Nutzungsansprüche nicht entsprochen werden."

Bleibt zu hoffen, dass sich alle Beteiligten schnell einigen werden, damit die Autobahn endlich mal fertig wird.