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Armut provoziert Prügelstrafe

Kinderschutzbund fordert, Eltern in ihrer Erziehungskompetenz zu stützen

(bim/nw). Der Kinderschutzbund in Niedersachsen sieht seine langjährige Forderung, Eltern in ihrer Erziehungskompetenz zu stützen, jetzt durch eine Studie der Universität Bielefeld bestätigt: "Wenn Eltern ihre Kinder schlagen, ist fast immer Überforderung der Grund", so Johannes Schmidt, Vorsitzender des niedersächsischen Kinderschutzbundes. Gleiches gelte für die Missachtung und verbale Verletzungen, die der Studie zufolge noch häufiger zum Alltag der über sechsjährigen Kinder gehören.
Dass physische und psychische Gewalt in allen sozialen Strukturen verbreitet ist, aber bei Familien in schwierigen Verhältnissen öfter auftritt, sei ein klares Indiz dafür, dass Belastungen der Eltern eine Gefahr für Kinder bedeuten. "Wir dürfen sozial instabile Familien nicht allein lassen", so Schmidt.
Beratungsaangebote wie "Starke Eltern - Starke Kinder"-Kurse, die der Kinderschutzbund regelmäßig anbietet, würden helfen, Gewalt gegen Kindern vorzubeugen. Eltern zu stärken und ihnen vor Ort rechtzeitig in ihrem Erziehungsauftrag zur Seite zu stehen, sei ein wichtiger Baustein für Gewaltprävention.
Alarmierend ist für den Kinderschutzbund besonders der in der Studie nachgewiesene Zusammenhang zwischen Kinderarmut und Mobbing-Erfahrungen. Zudem würden sich fast die Hälfte der Schüler aus sozial schwachen Familien in der Schule schlechter behandelt fühlen als ihre Mitschüler. "Stigmatisierung erzeugt Frust, der das Familienklima zusätzlich belastet", so Johannes Schmidt. Er fordert: "Kinder brauchen Beachtung, Wertschätzung und Teilhabe - innerhlb und außerhalb der Familie. Wenn wir Kinder schützen wollen, müssen wir für die Familien da sein."
Infos zu den Kursen "Starke Eltern - Starke Kinder" unter www.dksb-nds.de und www.kinderschutzbund-harburg-land.de sowie unter Tel. 04181-380636. Diese Rufnummer steht auch allen Hilfe- und Ratsuchenden aus dem Landkreis Harburg zur Verfügung.
Ein weiteres Angebot für Eltern ist das Elterntelefon der "Nummer gegen Kummer" unter der kostenfreien Rufnummer 0800-1110550. Infos: www.nummergegenkummer.de