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"Castor-Cop" verabschiedet

Friedrich Niehörster (li.) und sein Nachfolger Robert Kruse (Foto: Polizei)
thl. Lüneburg. Wechsel an der Spitze der Polizeidirektion Lüneburg: Im Rahmen eines Festaktes wurde am Mittwoch der noch bis Dienstag, 31. März, amtierende Polizeipräsident Friedrich Niehörster (65) von Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius in den Ruhestand verabschiedet. Anschließend wurde sein Nachfolger Robert Kruse ins Amt eingeführt.
In einer launigen Rede würdigte Pistorius die Verdienste, die sich Niehörster in seinen 44,5 Dienstjahren bei der Polizei erworben hat. In der Rede kam auch ein Zitat des scheidenden Präsidenten vor, das sein Verständnis von Polizeiarbeit beschreibt: "Unser Auftrag ist es nicht, Papier zu beschreiben, sondern den Täter zu fangen."
Einen Namen machte sich Friedrich Niehörster als gesamtverantwortlicher Einsatzleiter bei den Castor-Transporten zwischen 2003 und 2011. Dabei gelang es dem "Castor-Cop", die Transporte friedlicher zu machen und die Belange der im Einsatzraum wohnenden Menschen verstärkt zu berücksichtigen. Das schlug sich in der Zahl der Straftaten nieder. Wurden 2002 noch über 1.000 Taten aktenkundig, waren es 2001 "nur" noch 269, obwohl Teile der Protestszene als "eventorientiert und zunehmend gewaltbereit" eingestuft wurden.
Friedrich Niehörster war zudem gesamtverantwortlicher Einsatzleiter bei den Elbe-Hochwassern 2006, 2011 und 2013. Auch für die Bürger konnte Niehörster spürbare Erfolge erzielen. So stieg die Aufklärungsquote bei Straftaten in seiner Amtszeit kontinuierlich von 53 Prozent (2003) auf über 60 Prozent (seit 2010).
In seinem Ruhestand will Niehörster sich vor allem öfter auf sein Fahrrad schwingen und vor allem "die Schönheiten des Wendlands" erkunden. Eine Gegend, die er bisher fast nur aus dem Hubschrauber heraus bei den Castoreinsätzen kennt.
Niehörsters Nachfolger Robert Kruse war zuletzt Präsident der Polizeidirektion Göttingen. Der dreifache Familienvater begann seine Polizeilaufbahn 1977 beim Bundeskriminalamt in Wiesbaden. Von 1987 bis 2002 war Kruse bereits in Lüneburg stationiert, u.a. als Leiter der Kriminalpolizeiinspektion für Organisierte Kriminalität. Anschließend wechselte er ins Landeskriminalamt Hannover, ins Innenministerium und zum Verfassungsschutz, wo er als Vizepräsident agierte.