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Das Comeback der schwarzen Scheibe

Eine winzige Auswahl seiner guten Stücke: Hein Jobmann, bekannt als DJ "Franz Fickfuchs", zeigt bis zu 50 Jahre altes Liedgut

Schallplatten sind schwer im Kommen / Liebhaber Hein Jobmann über seine Sammel-Liedenschaft


Wer dachte, die Schallplatte würde im digitalen Zeitalter nun endgültig von der Bildfläche verschwinden, irrt. Die Geschäfte rund um das bespielte Vinyl boomen. Waren es 2006 nur noch 300.000 Stück, hat der Bundesverband Musikindustrie im Jahr 2014, erstmals seit 1992, wieder 1,8 Mio. verkaufte Platten registriert. Seit 2011 werden Vinyl-Liebhaber am 18. April, dem „Record Store Day“ (RSD) in Deutschland, dazu angehalten, beim Plattenhändler vorbeizuschauen, um den unabhängigen Tonträgerhandel zu unterstützen.

Anlässlich des RSD 2015 hat der Bundesverband der Musikindustrie gemeinsam mit Chartermittler GfK Entertainment eine Top 10 der meist verkauften Scheiben im laufenden Jahr erhoben. Sämtliche Genres sind darin vertreten: Veteranen wie Led Zeppelin finden sich mit ihrem 1975 erstmals veröffentlichtem Album „Physical Graffitti“ auf Platz 1, gefolgt von Deichkind und ihrem aktuellen Album „Niveau Weshalb Warum“. Auch Jazz-Ikone Diana Krall ist unter den Top 10 vertreten, ebenso Pink Floyd und die österreichischen Nachwuchsrocker Bilderbuch (Quelle: www.musikindustrie.de)

Einer, dessen Liebe zum schwarzen Rund nie nachgelassen hat, ist Hein Jobmann. Genau 50 Jahre ist es her, seit der 65-jährige Buxtehuder mit seinem geliebten Hobby, dem Plattenauflegen, als DJ begann. Unzählige Scheiben hat der hauptberufliche Elektrotechniker im Repertoire, die älteste davon, passend zum DJ-Jubiläum, 50 Jahre alt. Sein erstes Vinyl war eine Single von Toni Marshall. „Die waren damals teuer: Sechs Mark haben die gekostet. Und für eine Langspielplatte musste man zwischen zwölf und 20 Mark bezahlen“, erinnert sich Jobmann. Da durfte er als DJ des Öfteren tief in die Tasche greifen, um seinem Publikum immer das Aktuellste bieten zu können.
Der begeisterte Sammler hat den Spitzboden voll mit den schwarzen Scheiben. Insgesamt 6.000 Singles und rund 1.500 LPs, schätzt Plattenliebhaber Jobmann, „ein richtiges Vermögen. Und ich habe noch keine einzige verkauft. Das will ich auch nicht.“

Sein wertvollster Schatz dürfte eine LP von Status Quo sein, deren Wert, so vermutet Jobmann, bei ca. 60 Euro liegt. Er selbst hängt besonders an „Amarillo“ von Tony Christie und „Mendocino“ von Michael Holm.
Mittlerweile geht Jobmann mit CDs auf DJ-Tour: „Die haben einfach eine bessere Klangqualität.“ Stolz ist er auf seine riesige Sammlung - alle Scheiben sind noch in bestem Zustand, ohne Kratzer. Wie er sie gepflegt hat? Ganz einfach: „Einmal draufgepustet und dann am Wollpulli abgerieben!“

Weitere Infos zum Record Store Day unter www.recordstoredaygermany.de