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Die Autobahnmeisterei Hittfeld ist auf den Winter bestens vorbereitet

Straßenwärter Dirk Mosurat muss im Räumfahrzeug sechs Spiegel und einen Monitor für die Pflüge im Blick haben und den Streu-Automaten bedienen
 
Dirk Mosurat vor seinem Räumfahrzeug, das voll beladen 28 Tonnen wiegt
bim. Hittfeld. „Passe ich da überhaupt durch?“, fragt sich Straßenwärter Dirk Mosurat bei der Baustelle auf der Bremer Straße in Harburg. Immerhin fährt der Mitarbeiter der Autobahnmeisterei Hittfeld ein neun Meter breites Räumfahrzeug samt Kran, das im beladenen Zustand 28 Tonnen auf die Waage bringt. Doch dank seiner Erfahrung hat er keine Probleme, das Gefährt durch die Baken zu steuern. Bevor am vergangenen Wochenende der erste Schnee fiel, machte er „seinen“ Schneepflug einsatzbereit und unternahm die erste Testfahrt über die A1 und A7. „Wenn der Winter richtig losgeht, brauche ich nur noch aufsatteln und losfahren“, sagt er.
Zu Spitzenzeiten bei Schneefall legt Dirk Mosurat 250 bis 300 Kilometer in einer Acht-Stunden-Schicht zurück. An Bord des Räumfahrzeugs mit dem
Namen „Hittfeld 7“ befinden sich fünf Kubikmeter Salz und ein 2.200 Liter-Tank für Sole. Gestreut wird FS100 und ein Gemisch als FS30 (Feuchtsalz mit 30 Prozent Sole), das kurz vor der Ausbringung am Streuteller des Streu-Automaten erzeugt wird. „Dadurch bleibt das Salz besser haften und beschleunigt den
Tau-Prozess. Das spart Zeit“, erklärt Mosurat.Der geringere Salz-Einsatz kommt auch der Umwelt zugute. Wurden in den 1960er Jahren durchschnittlich 40 Gramm Salz pro Quadratmeter verstreut, sind es heute dank der Sole-Mischungen nur noch im Schnitt 15 Gramm pro Quadratmeter. Je nach Bedarf wird die Menge den verschiedenen Glättearten der jeweiligen Streckabschnitte mittels elektronischer Steuerung im Führerhaus des Fahrzeugs innerhalb von Sekunden durch den Fahrer angepasst. Daher muss Dirk Mosurat bei Schneefall während seiner Touren über die Autobahn nicht nur sechs Spiegel im Blick behalten, sondern über einen Monitor auch den Seiten- und Frontpflug, die er über ein Terminal ebenso bedient wie den Streu-Automaten. Außerdem hält er per Funk Kontakt zur Zentrale. Eine anspruchsvolle Aufgabe. Aber Dirk Mosurat macht es einfach Spaß, solch große Fahrzeuge zu bewegen.
Mit abgesenktem Pflug und eingeschaltetem Streu-Automaten darf er nicht schneller als 40 km/h fahren. Wenn die Autobahn von Schnee befreit werden muss, fahren auch schon mal drei der „Kolosse“ nebeneinander im Verband. Unglaublich: „Selbst dann versuchen manche Autofahrer noch, zwischen uns durch zu fahren“, erzählt Dirk Mosurat.
Auch sonst geraten er und seine Kollegen mitunter in brenzlige Situationen, wenn sie an Unfall- und Arbeitsstellen Fahrstreifen mit zwei Vorwarn- und einem Warnanhänger mit den jeweiligen Fahrzeugen absichern. Erst kürzlich erlebte er, als ein Lkw den Warn-Anhänger rammte. „Ich sah im Rückspiegel, wie der Lkw immer weiter Richtung Standstreifen fuhr. Da war wohl Sekundenschlaf die Ursache“, vermutet Dirk Mosurat. Der Anhänger und der Mannschaftswagen sind Totalschäden, den Straßenwärtern ist zum Glück nichts passiert Allein in diesem Jahr fuhren dreimal Lkw auf einen Vorwarn-Anhänger auf dem Standstreifen auf. Dabei werden die Lkw-Fahrer von der Autobahnmeisterei auch über CB-Funk vor Unfällen gewarnt.
Für die Autobahnmeisterei Hittfeld mit ihren rund 50 Mitarbeitern sind im Winter neun Lkw mit Streu-Automaten, Sole-Streuern und Pflügen, Besenwagen und drei Unimogs im Einsatz. „Wir fahren einen 24-Stunden-Winterdienst. Vom Gesetzgeber gibt es keine Verpflichtung, die Straße frei zu halten. Wir führen den Winterdienst dennoch auf hohem Niveu durch, sodass wir dem Ziel der freien Fahrt nahe kommen“, erläutert Diplom-Ingenieur Adrian Andres, Leiter der Autobahnmeisterei Hittfeld. Diese ist für ca. 110 Kilometer Autobahn zuständig - für die A39 (Maschener Kreuz bis Lüneburg, die A1 (Rade bis Harburg), die A7 (Harburg bis Bispingen) und die A261 (Buchholzer Dreieck bis Harburg).
Für den Winterdienst gibt es eine Rufbereitschaft nach einem festgelegten Rufbereitschaftsplan. Die Temperaturtendenzen des Straßenwetter-Informationssystems des Deutschen Wetterdienstes hat man in der Zentrale stets im Blick. „Im ganzen Land gibt es zudem Glättemelde-Anlagen, davon fünf in unserem Einzugsgebiet, die aktuelle Daten, u.a. zu Luft- und Fahrbahntemperatur, liefern. Wenn die Temperatur unter 4 Grad fällt, ordnen wir die Rufbereitschaft an oder streuen präventiv“, so Straßenwärtermeister Dieter Lange.
„Der Winterdienst ist das, was der Verkehrsteilnehmer am deutlichsten wahrnimmt“, so Adrian Andres. Doch das Aufgabengebiet der Autobahnmeisterei ist weit umfangreicher, die Straßenwärtermeister sind echte „Allrounder“. „Die Mitarbeiter müssen technisch versiert sein und mit großen Geräten umgehen können. Feste Arbeitsplätze gibt es nicht. Alle müssen alles können“, so Andres. So kümmern sich die Straßenwärter u.a. darum, dass die Straßenentwässerung sowie Brücken, Tunnel und Lärmschutzwände technisch in einwandfreiem Zustand sind, dass keine Bäume über die Straßen wachsen oder marode Bäume rechtzeitig gefällt werden und dass Verkehrszeichen und Signalanlagen sauber sind und funktionieren.