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Die Invasion der Nacktschnecken

Für Nacktschnecken gibt es kaum Hindernisse
Sie kommen in der Nacht, früh morgens oder spät abends. Am liebsten, wenn es geregnet hat. Und so gut wie nichts im Garten ist sicher vor ihnen. Sie fressen an allem, was grün ist, vergreifen sich selbst an drögen Steingartengewächsen: Nacktschnecken, die Todfeinde jedes Gartenliebhabers.
In diesen Tagen erreichte ihre Invasion einen Höhepunkt. Rund 60 der schleimigen Kriecher habe ich vergangenen Samstag innerhalb einer Stunde in unserem großen Garten in einem Eimer gesammelt, sie dann knapp 500 Meter weiter am Waldrand ausgeschüttet. Seither entsorge ich so gut 30 Schnecken täglich.
Allerdings: Die Aktion kommt zu spät! In nur 14 Tagen, während unseres Urlaubs, war es den Schnecken in konzertierter Aktion mit Rehen und Wühlmäusen gelungen, ein blühendes Paradies in eine trostlose Ödniss zu verwandeln: die Erdbeeren nur noch Stiele ohne Früchte und Blätter, das Immergrün wie Schweizer Käse, der Mohn mit einem einzigen Blütenstengel - Schleim und Frasspuren überall.
Hauptschuldige: die Spanische Wegschnecke, (Arion lusitanicus), die aus dem Mittelmeerraum stammt und erst vor rund 50 Jahren nach Mitteleuropa eingeschleppt wurde. Und nicht nur sehr gefräßig ist, sondern für eine Schnecke auch äußerst schnell: 15 bis 20 Meter schafft sieim Lauf eines Tages.
Richtige Schneckenhasser rücken den Schleimtieren mit Gift, Messern, Salzwasser und ähnlichem zu Leibe. Meine Erfahrung: absammeln und wegtragen. Am besten mit Einweghandschuhen in einem Eimer mit Deckel. Und der sollte dicht sein. Denn die Haus- und wirbellosen Nacktschnecken kommen meiner Erfahrung nach durch Spalten, die nicht breiter als der Rücken eines Brotmessers ist.
Reinhard Schrader