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Er brachte den Chihuahua nach Deutschland

Der letzte Wurf: Joachim Weinberg mit der Chihuahua-Welpe "La Cucaracha"

mi. Rosengarten. Der Chihuahua kommt aus einem kleinen Ort im Landkreis Harburg - zumindest der deutsche. Hier lebt seit 40 Jahren Joachim Weinberg, der nach eigenen Angaben die ersten der kleinen, in Mexiko beheimateten Hunde zur Zucht nach Deutschland holte. Das war in den 1960er Jahren.
Zwei Dinge haben das Leben von Joachim Weinberg (90) bestimmt. Das Erste ist seine erfolgreiche Karriere als Solo-Tänzer. Das Zweite, die Zucht von Chihuahuas, die ihn bis heute nicht loslässt. "Hunde haben immer zu meinem Leben gehört", sagt Weinberg.
Als er dann in den USA in der Straßenbahn eine Amerikanerin mit einem Chihuahua sah, hat er sich sofort in das possierliche Tierchen verguckt. Von dort aus brachte er die ersten Langhaar-Chihuahuas nach Deutschland. Er gründet seine Chihuahua-Zucht "El-Chiquitin" und feiert bald internationale Erfolge.
Joachim Weinberg, Spross einer Soldatenfamilie aus Danzig, avanciert zum anerkannten Rasse-Spezialisten für die niedlichen Hunde aus Mittelamerika.
"Ich bin in meiner Familie immer aus der Reihe getanzt", erinnert sich der Senior. Geboren in Danzig, verschlägt es ihn nach Stettin, Dortmund, Essen und schließlich nach Rotenburg an der Wümme.
Am Bremer Theater hat er als 15-Jähriger seine ersten Sprechrollen. Später folgt eine Ballett-Ausbildung in Frankfurt. In den Krieg muss der junge Künstler mit 19 Jahren. Danach beginnt seine Karriere als Solotänzer. Nach einer Station in Graz kommt er nach Hamburg. Dort feiert er an der Staatsoper Erfolge.
Nach 25 Jahren gibt er das Tanzen auf. Joachim Weinberg beginnt mit der Chihuahua-Zucht und bleibt dabei.
Seine Hunde hat er an manch Prominenten verkauft, darunter an den damals sehr populären Showmaster Lou van Burg. Als Gruppenrichter sitzt er noch heute bei internationalen Hundeausstellungen in der Jury, bereiste in seiner Richterfunktion 22 Länder - von Australien bis Taiwan. Seine Biographie, die er 2004 veröffentlichte, trägt den passenden Titel "Alle meine Hunde und ein Bisschen mehr".
Heute betreibt er die Hundezucht zusammen mit einem langjährigen Zwinger-Partner. Sein eigenes Engagement will er langsam auslaufen lassen. So ganz aufhören wird er aber wohl nie. Oder wie er selbst sagt: "Einmal Chihuahua, immer Chihuahua".