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"Habe Respekt vor diesem Tag"

Vatertagssause im vergangenen Jahr in Gräpel (Foto: Plate's Osteblick)
 
Wirtin Karin Plate und ihr Ehemann Stefan Elfers Plate (Foto: sb)

Zwischen Bauchschmerzen und Gelassenheit: Wie sich Veranstalter im Landkreis für den Vatertag rüsten

tp. Landkreis Stade. Die einen sind gelassen, die anderen machen aus Angst vor Ausschreitungen vorsorglich den "Laden dicht": Auf die zu erwartenden Massenwanderungen an Himmelfahrt, Donnerstag, 14. Mai, reagieren Veranstalter und Kommunen im Landkreis Stade völlig unterschiedlich: Während die Feuerwehren in Kakerbeck und Ahrenswohlde die Feten aufgrund vergangener Ausschreitungen unter Alkoholeinfluss abbliesen (das WOCHENBLATT berichtete), bleibt man der Party-Tradition an den anderen "Vatertags-Brennpunkten" wie dem Oste-Ufer in Gräpel und auf der Elbinsel Krautsand treu.

Gastwirtin Karin Plate (42) von "Plate's Osteblick" in Gräpel zählt sich und ihr Team zu den "alten Hasen" im Vatertags-Geschäft: "Inzwischen weiß ich, was mir blüht", sagt die Gastronomin, die die vor rund drei Jahrzehnten begonnene Entwicklung von der gemütlichen Radler-Rast zur Massen-Sause mit gut 1.000 Gästen vor ihrem Elternhaus miterlebte. Plate geht gut vorbereitet in das Fest, das "keine Leichtigkeit" wird: "Ich habe stets Respekt vor diesem Tag, setze alle behördlichen Vorschriften um." Zusätzlich zum Zaun am Flussufer lässt die Unternehmerin Zäune an der Straße aufstellen, um die Grundstücke der Anwohner vor Vatertags-Pilgern zu schützen. Wie schon seit Jahren, ist eine Rotkreuz-Bereitschaft auf dem Gaststättengelände stationiert, ebenso rechnet Plate wieder mit dem Einsatz junger Polizei-Anwärter, die auf der "Vati-Party" den Einsatz auf Großveranstaltungen üben. Zudem hat Plate wieder eine Security-Firma engagiert, die Störenfriede in Schach halten sollen: "Wer Mist baut, fliegt vom Platz", sagt die resolute Wirtin, die entgegen anders lautender Medienberichte auf ihrem Gelände im ganzen Leben noch keine Massenschlägerei erlebt" hat.

"Ich habe jährlich Bauchschmerzen vor den Kreispokalendspiel", sagt Sportfunktionär Michael Koch, Vorsitzender des Kreisspielausschusses, mit Blick auf das beliebte Fußballereignis des Niedersächsischen Fußballverbandes (NFV) Kreis Stade, das in diesem Jahr am Vatertag vom VSV Hedendorf-Neukloster ausgerichtet wird. Während die vergangenen Kreispokal-Endspielen mit 1.140 Zuschauern beim TuS Güldenstern Stade bis auf einige verbale Auseinandersetzungen tagsüber ruhig verliefen, gerieten rund 90 Minuten nach dem offiziellen Ende der Veranstaltung am letzten geöffneten Bierwagen drei Streithähne aneinander. Das Trio habe immer wieder versucht, sich unter das "Restvolk" zu mischen und zu stänkern, so Koch. Der Vereinspräsident rief schließlich die Polizei, die am Abend gegen drei Dutzend Personen einen Platzverweis aussprach. Koch räumt weitere Vorfälle in den Jahren 2007 und 2009 in Drochtersen und in Fredenbeck ein.

Die Vorkehrungen für die bevorstehenden Endspiele in Hedendorf seien die gleichen wie in den letzten Jahren, so Koch: "Es gibt einen Ordnungsdienst ausschließlich aus Reihen der Fußballer. Sobald wir auf Kreisebene nicht mehr in der Lage sind, unsere Fußballveranstaltungen selber zu organisieren, bin ich der falsche Mann für mein derzeitiges Amt." Überlegungen, die Endspiele an einen anderen Termin zu verlegen, seien in Absprache mit den Vereinen immer wieder verworfen worden.
Entspannt blickt Drochtersens Bürgermeister Hans-Wilhelm Bösch dem Ausflügler-Ansturm auf Krautsand entgegen, wo die Polizei im vergangenen Jahr 500 Wanderer zählte, von denen Dutzende betrunken über die Fahrbahn torkelten. "Ich sehe keine Probleme auf uns zukommen", nach dessen Angaben sich die Lage an Vatertag zunehmend entspanne, seit vor einigen Jahren die Massenveranstaltung Rasenmäher-Trecker-WM eingestellt wurde.

In diesem Jahr fällt in Wischhafen das Hafenfest flach. Dies hat laut dem Veranstalterteam der "Wischhafener Engel" personelle und organisatorische Gründe.
Stade Polizeisprecher Rainer Bohmbach erteilt aus einsatztaktischen Erwägungen keine Auskunft zur Polizeipräsenz am Himmelfahrtstag. Die Polizei sei mit verstärktem Personal aber gut auf den Tag vorbereitet.