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Illegal Gräben verfüllt: Nabu stellt Anzeige

bc. Altes Land. „Was der Natur gerade im Alten Land angetan wird, ist eine große Sauerei“, empört sich Alexander Porschke, Vorsitzender des Naturschutzbundes (Nabu) in Hamburg. Der Nabu erhebt heftige Vorwürfe gegen den Hamburger Senat und den Obstbau im Hamburger Teil des Alten Landes. Obstbauern in Francop hätten illegal Gräben verfüllt, der Senat schaue dem Treiben einfach zu. Wichtige Lebensräume von Tieren und Pflanzen im Süderelberaum drohen ohne ausreichenden Ausgleich geopfert zu werden. Porschke: „Das ist rechtswidrig.“ Der Nabu hat Anzeige gestellt.

Hintergrund: Den betroffenen Obstbauern wurden 200 Hektar neue Anbauflächen als Ersatz für den Verlust von rund 80 Hektar durch den Bau der Ortsumgehung Finkenwerder zur Verfügung gestellt. Laut Nabu werden derzeit für den Abschnitt Francop in einem Planfeststellungsverfahren die dafür erforderlichen wasserbaulichen Veränderungen verhandelt. Doch das Verfahren stockt. Damit die Obstbauern ihre neuen Flächen aber schon bewirtschaften können, haben sie nach Nabu-Angaben verfrüht Gräben verfüllt. Der Nabu sieht den Hamburger Senat in der Pflicht, das illegale Treiben umgehend zu unterbinden. Der vorgesehene Ausgleich für diese Naturzerstörung ist nach Ansicht des Nabu völlig unzureichend.

Wie berichtet, werden im gesamten Alten Land immer wieder Gräben ohne Genehmigung verfüllt, obwohl sie unter ökologischen, klimatischen und kulturhistorisch-landwirtschaftlichen Gesichtspunkten eine bedeutende Rolle spielen.