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Initiative "Katzenschutzverordnung" im Landkreis Stade kritisiert Umgang mit Fundkatzen

Cornelia Haak hat die Initiative "Katzenschutzverordnung" ins Leben gerufen (Foto: am)
am. Kutenholz. Was tun mit herrenlosen Katzen? Das ist eine Frage, die Cornelia Haak von der Initiative "Katzenschutzverordnung" oft hört. "Bei der Gemeinde abgeben", ist dann ihre Antwort, "denn diese ist für Fundtiere zuständig." Das allerdings sehen einige Kommunen im Landkreis Stade anders. "Sie verweigern die Annahme der Tiere oder die Übernahme der Kosten mit Begründungen wie, 'das sind Wildtiere' oder 'Sie haben sie gefüttert, dann gehört sie Ihnen'", sagt die Tierschützerin. Die Initiative fordert, dass die Gemeinden Verantwortung übernehmen.
Denn momentan springen oft Ehrenamtliche ein, wenn einem Tier Leid droht, so auch der Tierschutzverein Tierhilfe Stade, in dem Cornelia Haak Zweite Vorsitzende ist. Dieser nimmt in Pflegestellen Katzen auf. Zudem fangen die Mitglieder wild lebende Katzen ein, um sie ärztlich behandeln und kastrieren zu lassen.
Es sei gesetzlich festgelegt und von zahlreichen Rechtsprechungen untermauert, dass egal ob entlaufene oder wild lebende Katzen als Fundtiere in die Zuständigkeit der jeweiligen Kommune fallen, so Cornelia Haak. Dazu gehört die tierärztliche Versorgung sowie die Verpflegung und Unterbringung bis zu einem halben Jahr, bis sich eventuell der Besitzer gefunden hat.
Auf den Kosten bleibt die Tierhilfe oft sitzen. Von 43.000 Euro, die der Verein im Jahr 2015 für ärztliche Behandlungen ausgegeben hat, wurden lediglich 15.000 erstattet. "Wir reichen in der Regel nur die Tierarztkosten ein", sagt Beate Dowson, Erste Vorsitzende des Vereins. "Würden wir Unterbringung und Verpflegung dazurechnen, kämen wir noch auf ganz andere Summen." Der Tierschutzverein ist deswegen auf der Suche nach Spenden.
Auch die blinde Katze "Rosine" wurde von der Tierhilfe aufgenommen. Sie kam auf einem Hof zur Welt und wurde mit einer Augenentzündung sich selbst überlassen. Seit sie herrenlos und krank aufgefunden wurde, lebt sie in einer der Pflegestellen des Vereins.
Solche traurigen Fälle ließen sich oft vermeiden, so der Appell der Tierschützer, wenn die Kommunen eine Kastrations- und Registrierungspflicht für Katzen einführen würden. Nur so könnten im Fall von zahmen Katzen die Besitzer gefunden und für die Kosten herangezogen werden und der Bestand der wild lebenden Katzen reduziert werden. Dann müssten die Gemeinden auch seltener Fundkatzen annehmen. Die Gemeinden Apensen und Nordkehdingen sind bereits mit gutem Beispiel vorangegangen.
• Weitere Infos unter Tel. 04164 / 2700