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Invasion von Marderhund und Waschbär

(bim/nw). Waschbär und Marderhund sind laut aktuellen Jagdstatistiken weiter auf dem Vormarsch und erobern immer neue Areale. Laut dem Deutschen Jagdverband (DJV) wurden im Jagdjahr 2012/13 erstmals mehr als 100.000 Waschbären erlegt, 47 Prozent mehr als im Vorjahr. Beim Marderhund wurden rund 18.600 Tiere erlegt, das sind 29 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Ein Verbot der Fangjagd - der Einsatz von Fallen - wie von manchen Kreisen gefordert, wäre kontraproduktiv für den Naturschutz, so der DJV.
Der aus China stammende Marderhund wurde 2011 im Hauptverbreitungsgebiet (Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Sachsen-Anhalt) in 76 Prozent aller Jagdreviere nachgewiesen. Ähnlich verhält es sich mit dem Waschbär: Im Kerngebiet (Hessen, Thüringen, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt) wurde der aus Nordamerika stammender Kleinbär in 66 Prozent der Jagdreviere nachgewiesen.
Viele der exotischen Arten, die den heimischen Lebensraum erobern, sind extrem anpassungsfähig in Bezug auf Nahrung und Lebensraum. Si besetzen in Ökosystemen bisher unbesetzte Nischen oder verdrängen einheimische Tiere. Ihr negativer Einfluss auf die heimische Tierwelt lasse sich durch konkrete Beispiele belegen. Der Waschbär beispielsweise mache sich über die vom Aussterben bedrohte europäische Sumpfschildkröte in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern her. In Sachsen-Anhalt habe der Waschbär Europas größte Graureiher-Kolonie mit bis zu 420 Brutpaaren auf dem Gewissen.
Die Berner Konvention empfiehlt, diese Arten streng zu kontrollieren, da sie die biologische Vielfalt gefährden.