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Kein Sauerstoff: Fische verenden in der Elbe

Viele Fische haben keine Chance in der sauerstoffarmen Elbe (Foto: Fotolia/pictures4you)
(bc). Da bahnt sich eine riesige ökologische Katastrophe an. In der Elbe sterben die Fische tonnenweise, so schlimm wie seit Jahren nicht mehr: Stinte, Meerforellen, Lachse, Aale. Nach Medienberichten sind in der vergangenen Woche von der Hamburger Hafengrenze 15 Kilometer flussabwärts Fische mit einem Gesamtgewicht von rund 100 Tonnen verendet. „Die Lage ist extrem kritisch. Die Langzeitfolgen sind noch gar nicht absehbar“, sagt BUND-Sprecher Paul Schmid.

Vor allem Jungfische hätten in dem sauerstoffarmen Elbwasser keine Chance. „Stark betroffen ist die Stintbrut. In fünf Jahren werden die Bestände einbrechen“, prognostiziert Schmid. Ein Desaster für die paar verbliebenen Elbfischer.

Das Sauerstoffloch sei besonders vor Wedel gefährlich. In der vergangenen Woche wurde dort laut Schmid ein Sauerstoffgehalt von nur einem Milligramm pro Liter gemessen. Der Grenzwert liegt bei drei Milligramm, damit Fische überleben können.

Die Ursachen für das Massensterben sind vielfältig. Zum einen bindet das aufgeheizte Wasser wenig Sauerstoff. Schmid: „Wir können nur auf schlechtes Wetter am Wochenende hoffen.“

Andererseits registriere der BUND immer wieder starke Nährstoffeinträge durch Düngemittel und Klärwerke in der flachen Oberelbe. Das regt die Produktion von Algen an, die von dort in das tiefe und dunkle Wasser des Hamburger Hafens gelangen, wo sie absterben und zusätzlich Sauerstoff verbrauchen.

Zudem hat sich der Sauerstoffhaushalt im Fluss seit der Elbvertiefung 1999 dramatisch verschlechtert. Aufgrund der höheren Fließgeschwindigkeiten sind nach Angaben von Schmid mehr Schlick und Pflanzenbestandteile in Richtung Hafen gespült worden. Was nach einer neuerlichen Ausbaggerung geschieht, kann sich jeder ausrechnen.

Wie berichtet, wird die geplante Elbvertiefung derzeit vor dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig verhandelt. U.a. hatte der BUND geklagt. Wie die Richter am Mittwoch mitteilten, sei erst am 2. Oktober mit einer Stellungnahme zu rechnen. Auch eine Übergabe des Verfahrens an den europäischen Gerichtshof ist noch nicht vom Tisch.