Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

Moment mal! Das Zwitschern im Fernsehen muss verstummen

„Twitter-Tussi“ nennen einige scharfzüngige Medienkritiker die Spezies, die in Fernseh-Sendungen dem Zuschauer erklärt, was die Internetgemeinde parallel zum Echtzeitgeschehen so absondert - insbesondere beim besagten 140-Zeichen-Kurznachrichtendienst. Meist sind es tatsächlich junge Frauen - wobei das Geschlecht eigentlich keine Rolle spielt - die als Sidekick in Shows oder Sportübertragungen Meinungen aus dem Internet vorlesen.

Nur eine Frage: Was soll das bitte? Wenn in Polit-Talkshows unheimlich aufschlussreiche und repräsentative Tweets vorgelesen werden. In etwa, wenn sich User „Knalltüte“ aus Jottwedeh zum Thema Mindestlohn äußert: „Der ist wichtig, um für menschenwürdige Arbeitsbedingungen zu sorgen.“

Wo ist jetzt der Mehrwert für den Zuschauer? Auf mich wirkt das Internet-Vorlesen im TV wie der verzweifelte Versuch der Senderchefs, Social Media und Fernsehen auf Teufel komm raus zu verknüpfen, nur um den Anschluss bei der Generation Smartphone nicht zu verlieren. Ist ja von der Strategie vielleicht richtig, aber bitte doch nicht so.

Als wenn die User im Netz nicht das Gleiche sagen würden, was in jeder Fußgängerzone oder an jedem Stammtisch palavert wird. Das Nacherzählen des Internets im TV ist absurd und eine gnadenlose Sendezeit-Verschwendung. Wenn es nach mir geht: Das Zwitschern im Fernsehen kann gerne verstummen. Björn Carstens