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Moment mal: Können sich bald auch geständige Kinderschänder und Bankräuber freikaufen?

Wer hätte das gedacht: Uli Hoeneß und Alice Schwarzer haben etwas gemeinsam. Sie haben irgendwie beide vergessen, dass sie in der Schweiz viel Geld auf Konten versteckt haben. Geld, für das sie in Deutschland hätten Steuern zahlen müssen. Dass gerade diese beiden Moralapostel jetzt in der Kritik stehen, ist wahrscheinlich höhere Gewalt.
Schlimm ist nur, dass sowohl Hoeneß als auch Schwarzer ihr Handeln lediglich als „Fehler“ bezeichnen. So, als hätten sie versehentlich ein Kavaliersdelikt begangen.
Schön wäre es, wenn Hoeneß und Schwarzer - und die anderen Steuerbetrüger mit großen Namen - das Kind beim Namen nennen würden: Steuerhinterziehung ist eine Straftat! Wenn die hinterzogenen Steuern unter 50.000 Euro liegen, ist eine Geldstrafe wahrscheinlich. Bei höheren Beträgen droht bis zu fünf Jahre Knast. Bei Hoeneß sollen es 3,2 Millionen Euro sein, Schwarzer soll mehr als 200.000 Euro Steuern nachbezahlt haben. Wandern beide bald ins Gefängnis? Wahrscheinlich nicht.
Schwarzer will jetzt mit einer Million Euro aus ihrem Privatvermögen - vermutlich steuersparend - eine Stiftung für die Chancengleichheit und Menschenrechte von Frauen und Mädchen gründen. Oder will sie vielleicht so nur von ihrer Straftat ablenken?
Man möge sich bitte vorstellen, dass sich auch geständige Kinderschänder, Bankräuber und andere Kriminelle einfach freikaufen können. Vorausgesetzt, sie haben ein gut gefülltes Bankkonto und melden sich, kurz bevor sie geschnappt werden, bei den zuständigen Behörden. Ich finde: eine Straftat bleibt eine Straftat!
Sascha Mummenhoff