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"Moorexpress": Signale weiterhin auf Grün

(jd). Bahnstrecke Stade-Bremervörde in zweiter Reaktivierungs-Runde. Die erste Hürde ist geschafft: Die "Moorexpress"-Strecke zwischen Stade und Osterholz-Scharmbeck kommt in die engere Auswahl der Bahnlinien, die auf eine mögliche Reaktivierung geprüft werden. Wie berichtet, beabsichtigt die rot-grüne Landesregierung, zum Teil seit Jahrzehnten stillgelegte Trassen wieder in Betrieb zu nehmen, um den öffentlichen Nahverkehr zu fördern. Landesweit standen zunächst rund 80 ehemalige Bahnverbindungen auf der Liste. Davon sind nach einer ersten Überprüfung hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit landesweit noch 28 Linien im Rennen.
Diese Strecken werden nun durch einen vom Wirtschaftsministerium eingesetzten Lenkungskreis aus Vertretern von Politik, kommunalen Spitzenorganisationen sowie Umwelt- und Fahrgastverbänden weiter daraufhin untersucht, ob sich eine Neubelebung in Hinblick auf die erwarteten Fahrgastzahlen und die notwendigen Investitionen rentiert. Nach Auskunft des Ministeriums soll spätestens im Herbst 2014 eine Entscheidung über die sechs bis acht Favoriten getroffen werden, die in die endgültige Auswahl kommen.
Nachdem die EVB 1993 die Verbindung von Buxtehude über Harsefeld nach Bremervörde wiedereröffnet hatte, war der Personen-Zugverkehr zwischen Stade und Hesedorf bzw. Bremervörde eingestellt worden. Seit 2006 rollt auf dieser Strecke der "Moorexpress": Der von der EVB betriebene Museumszug befördert in den Sommermonaten Touristen und Tagesausflügler zwischen Stade und Bremen. Um die Strecke für Pendler attraktiv zu machen, müssten dort schnellere Züge als die Moorexpress-Triebwagen rollen: Deren Fahrzeit von Stade nach Bremen beträgt fast drei Stunden.
Erwartungsgemäß auf der Strecke geblieben ist die zweite Bahntrasse im Landkreis Stade, die für eine Reaktivierung in Betracht kam: die frühere Verbindung von Harsefeld nach Buchholz über Hollenstedt. Dass diese überhaupt auf der Liste auftauchte, sorgte für ungläubiges Staunen und bei den Ortskundigen für Schmunzeln: Weite Teile der ehemaligen Trasse sind längst überbaut, unter anderem mit einer Sporthalle und einem Supermarkt.