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Petition gegen Vogelmord in Ägypten

Für Wachteln werden in Ägypten hohe Preise erzielt, sie gelten als besonderer Leckerbissen (Foto: Holger Schulz/NABU)
(bim/nw). Tierschützer schlagen Alarm, nachdem bekannt geworden ist, welch erschreckendes Ausmaß der Vogelfang in Ägypten hat. Laut dem Naturschutzbund (NABU) erstreckt sich während des Herbstzuges eine lückenlose Reihe von Vogelfangnetzen über mehr als 700 Kilometer entlang der ägyptischen Mittelmeerküste. Jeden Herbst würden dort mindestens etwa 140 Millionen Zugvögel gefangen. Der NABU ruft daher zum Unterzeichnen einer Petition auf.
Vögel, die erschöpft nach der Überquerung des Mittelmeeres Ägypten erreichen, hätten wegen der Fangnetze kaum eine Chance, ihre Winterquartiere zu erreichen und im nächsten Frühjahr zum Brüten nach Europa zurückzukehren. An vielen Seen würden Wasservögel gefangen und Großvögel nach Belieben mit Gewehren abgeschossen.
Dieser Zustand mache die in Deutschland und anderen Ländern unternommenen Naturschutzanstrengungen zunichte und verletze die auch von Ägypten zum Schutz wandernder Tierarten unterzeichneten internationalen Abkommen, so der NABU.
Die Unterzeichner der Petition fordern die Regierung der Arabischen Republik Ägypten auf:
- sich dem Problem des ausufernden Vogelfangs und der Vogeljagd in Ägypten zu stellen und ihren Verpflichtungen aus den von Ägypten unterzeichneten internationalen Naturschutz-Konventionen nachzukommen;
- durch eine effektive Regulierung der Jagd sicherzustellen, dass keine Vogelart in ihrem Bestand gefährdet wird. Dazu müssten neben adäquaten Regelungen zu jagdbaren Arten, Jagdmethoden, Jagdzeiten und Jagdquoten auch Zuständigkeiten für die Vergabe von Lizenzen klar geregelt werden;
- Verstöße gegen aktuelle und in Zukunft verbesserte Regelungen der Jagd konsequent zu verfolgen und zu ahnden. Dazu müssen ein funktionierendes Monitoring der Jagd aufgebaut werden und Kapazitäten für die Durchsetzung der Regelungen bereitgestellt werden;
- den derzeit im Rahmen der Bonner Konvention zum Schutz wandernder Tierarten (CMS) in Entwicklung befindlichen Aktionsplan zum Schutz Eurasisch-Afrikanischer ziehender Landvögel (AEMLAP) zu unterstützen und konsequent umzusetzen.

Die Unterzeichner dieser Petition wenden sich gleichzeitig an die Regierung der Bundesrepublik Deutschland mit der Aufforderung:
- auf die Regierung Ägyptens einzuwirken, die illegalen Auswüchse der Vogeljagd effektiv zu bekämpfen und die legale Jagd so stark zu beschränken, dass die Jagd nachhaltig sein kann, und ihr dabei notwendige fachliche und finanzielle Unterstützung anzubieten;
- für in Ägypten aktive deutsche Institution und Hilfsprogramme Förderschwerpunkte einzurichten, unter denen Projekte unterstützt werden können, die den Vogelmord in Ägypten reduzieren helfen, zum Beispiel Programme zur Umweltbildung und zur Entwicklung alternativer Einkommensmöglichkeiten;
- auf internationaler Ebene im Rahmen der Bonner Konvention zum Schutz wandernder Tierarten (CMS) die Entwicklung des neuen Aktionsplans zum Schutz Eurasisch-Afrikanischer ziehender Landvögel (AEMLAP) zu unterstützen und darauf hinzuwirken, dass Ägypten diesen unterzeichnet und umsetzt.
Infos unter www.nabu.de/tiereundpflanzen/voegel/zugvoegel/jagd/aegypten/15711.html