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Positive Signale für Obstbau

Die Mitglieder des Agrarausschusses des Deutschen Bundestags und hochrangige Verwaltungsspitzen machten sich ein Bild von den Besonderheiten des Alten Landes (Foto: oh)
bc. Jork. Das Alte Land blickt auf eine jahrhundertelange Obstbaugeschichte zurück. Heute ist es das größte zusammenhängende Anbaugebiet Nordeuropas. Auf mehr als 10.000 Hektar reifen Äpfel, Kirschen und Birnen. Das könnte im Februar 2015 ein abruptes Ende finden. Nämlich dann, wenn das Umweltbundesamt die Sondergebietsverordnung für die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln nicht verlängert. Die Zeit drängt. In neun Monaten läuft die Verordnung aus.

Positive Signale vernahmen die Obstbauern um die Spitzenvertreter Ulrich Buchterkirch (Fachgruppe Obstbau Niedersachsen) und Jens Stechmann (Bundesausschuss Obst und Gemüse) jetzt am Donnerstag von oberster Stelle. Der Agrarausschuss des Deutschen Bundestags gastierte erstmals im Jorker Obstbauzentrum "Esteburg". Hochrangige Politiker und Verwaltungsspitzen machten sich persönlich ein Bild von den Besonderheiten des Alten Landes. „Es wird mit Hochdruck an einer Lösung gearbeitet. Es ist doch widersinnig, die Zukunft des Altes Landes aufs Spiel zu setzen", sagt der Stader CDU-Bundestagsabgeordnete Oliver Grundmann, der im Umweltausschuss des Bundestags sitzt, und das Treffen mitorganisiert hat.

"Wir stehen dem Obstbau sehr wohlwollend gegenüber", äußerte sich Dr. Helmut Tschiersky, Präsident des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit. Aus Sicht der Behörden gebe es keine Bedenken gegen eine langfristige und praktikable Bundesverordnung. Gitta Connemann (CDU), Vorsitzende des Agrarausschusses, lobte das Bekenntnis der Behörden, das den Praktikern Investitionssicherheit verspreche. Schließlich müssten die Bauern in teure abdriftmindernde Pflanzenschutztechniken investieren - ohne langfristige Planungssicherheit unmöglich.

Wie berichtet, genießt das Alte Land Sonderrechte. Streng genommen müssten viele der mehr als 800 Vollerwerbsbetriebe an der Niederelbe jetzt schon ihre Höfe abschließen. Hintergrund: Die Bauern können aufgrund der historisch gewachsenen Beet-Graben-Struktur die gesetzlich geforderten Mindestabstände der Plantagen zu wasserführenden Gräben nicht einhalten.

Konkrete Inhalte, unter welchen Bedingungen und Auflagen die Bauern in Zukunft weiterwirtschaften können, wurden in Jork zwar noch nicht vorgestellt, aber zumindest wurde die gute Absicht beteuert, eine rechtssichere Lösung zu finden.
Der Bund verlangt einen sogenannten Gebietsmanagementplan. Das Alte Land soll einen Fahrplan erstellen, wie die Obstbauern die (unvermeidbaren) Pflanzenschutzeinträge in die Gewässer verringern möchten. Unter anderem sollen die Ufer naturnah mit ökologisch wertvollen Schilfzonen gestaltet und Rückzugsbereiche für schützenswerte aquatische Lebewesen geschaffen werden.