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Praktikant Stephan Weil: "Mit dem kann man schnacken"

Ministerpräsident Stephan Weil trug die Berufsbekleidung eines anderen.
at. Stade. Stephan Weil kommt lässig in weißen Birkenstocklatschen zum Pressegespräch im Elbe-Klinikum Stade. Der niedersächsische Ministerpräsident war dort am Montag Praktikant für einen Tag. Einmal in die Berufsbekleidung eines anderen schlüpfen, würde ihn näher an die Sorgen und Probleme der Mitarbeiter bringen, sagte er. Diese wolle er dann in seine Politik in Hannover einfließen lassen.
Der Besuch fand im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Stephan Weil: Arbeit und Dialog" statt. Stade war bereits der sechste Termin.
Der Ministerpräsident half hier in der Urologie aus und kümmerte sich, wie ein "echter" Pfleger um Patienten. Eine davon war Luise Köhn. Weil lief mit ihr über den Flur, Patienten mobilisieren heißt das im Fachjargon. Auf dem Flur unterhielten sich die beiden über dies und das. Luise Köhns Fazit über ihren berühmten Pfleger: "Mit dem kann man schnacken". Zu mehr reichte es an diesem Tag aber nicht.
Einige Dinge, die ihm die Angestellten erzählten, ließen ihn aufhorchen, waren aber dennoch nichts Neues. Wegen der geringen Bezahlung müssten viele Angestellte einen Zweitjob aufnehmen, das ließ den Ministerpräsident aufhorchen. Kellnern und Schichten in der ambulanten Pflege seien nicht selten. Was ihn ebenfalls erschreckte: Die Mitarbeiter müssen täglich zwei bis drei Stunden Formalitäten erledigen. "Eine lückenlose Dokumentation ist wichtig, aber das ist Zeit, die dem Patienten fehlt", sagte er. Schließlich müssen die Mitarbeiter stets abwägen, wie intensiv sie einen Patienten betreuen. Urologie Patienten hätten dabei erhöhten Pflegebedarf, mehr als 80 Prozent auf dieser Station leiden an Krebs.
Dennoch zieht Weil ein positives Fazit: In Stade arbeitet ein gutes Team. Und die gute Stimmung übertrage sich auch auf die Patienten.
Der Besuch fand im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Stephan Weil: Arbeit und Dialog" statt. Am Abend war Weil im Stadeum zu Gast und beantwortete fragen der Stader.