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Sandsäcke lassen auf sich warten

Im Sommer halfen die Deichverbände beim Jahrtausend-Hochwasser an der Elbe mit Sandsack-Lieferungen aus, noch immer warten sie auf die Ersatzlieferungen (Foto: archiv)
bc. Jork. Über Norddeutschland tobt Orkan "Xaver". Und die Deichverbände der Region machen sich Sorgen um ihre Sandsackdepots. Die sind seit dem "Jahrtausend-Hochwasser" an der Elbe im Juni weitgehend leergeräumt. Deichrichter Claus Rehder machte seinen Unmut am Dienstag im Jorker Bauausschuss Luft: "Es ist traurig, dass die Ersatzlieferungen so lange auf sich warten lassen. Das läuft darauf hinaus, dass wir beim nächsten Mal nicht mehr helfen können", schimpfte Rehder. Von den ursprünglich 30.000 Jutesäcken, die bei der Jorker Feuerwehr für den Katastrophenfall einlagern, seien nur noch rund 2.000 über. Bereits im Oktober beklagten die Deichrichter die leeren Depots (das WOCHENBLATT berichtete).

Insgesamt 60.000 Säcke schickte der Landkreis Stade im Juni in den Landkreis Lüneburg. Noch immer verfüge der Kreis über ca. 60.000 Sandsäcke in der Feuerwehrtechnischen Zentrale in Stade-Wiepenkathen, beruhigt Kreisrat Eckhard Lantz auf WOCHENBLATT-Anfrage die Gemüter. Im Prinzip sei es egal, ob die Säcke in Wiepenkathen oder Jork lagern. Im Bedarfsfall könnten sie zügig ins Einsatzgebiet gebracht werden.

Auf Druck des Deichverbands II. Meile veranlasste er trotzdem am Mittwochmorgen, 20.000 Säcke - noch vor Beginn des Sturmtiefs - nach Jork zu schicken. Weitere 20.000 seien schon vorher an den Deichverband I. Meile gegangen. Die nachbestellten 252.000 Säcke kämen frühestens Ende Dezember oder Anfang Januar 2014, so Lantz. Grund für die Verzögerung sei die unklare Zuständigkeit bei der Ersatzbeschaffung. Zunächst sei der Kreis davon ausgegangen, das Land Niedersachsen kümmere sich um neue Säcke. Stattdessen musste die Kreisbehörde im August eine eigene Ausschreibung starten.

Die Menschen an der Niederelbe sollten jedoch die Ruhe bewahren. Die mehr als 220 Kilometer langen Deiche im Landkreis befänden sich in einem guten und wehrfähigen Zustand. Das hätten die Deichschauen im Herbst ergeben. Die bis zu 8,50 Meter hohen Elbdeiche seien Bollwerke bei Sturmfluten, so Lantz.
Zudem könnte der Kreis auf fast 700.000 Sandsäcke des Landes Niedersachsen zurückgreifen, die in Bad Bederkesa (Landkreis Cuxhaven) und Gnarrenburg (Landkreis Rotenburg) einlagern.