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"Seid für sie da, wenn sie euch brauchen"

Dr. Jan-Uwe Rogge (Foto: archiv)

Drei Fragen an den Stader Erziehungsexperten und Bestseller-Autor Dr. Jan-Uwe Rogge

(ab). Dr. Jan-Uwe Rogge, gebürtiger Stader und Autor zahlreicher Erziehungsratgeber, u. a. "Kinder wollen Grenzen", beantwortete dem WOCHENBLATT drei Fragen zum Thema überfürsorgliche Erziehung:

WOCHENBLATT: "Was löst es in Kindern aus, wenn sich Eltern extrem fürsorglich verhalten?
Dr. Jan-Uwe Rogge: "Eltern lassen Kinder keinen Raum und keine Zeit, sich selbst zu entwickeln. Dahinter stecken verschiedene Motive, wie beispielsweise diese: Eltern gehen voll in der Kindererziehung auf und haben nichts mehr jenseits ihres Mütter- oder Väter-Daseins. Oder sie wollen sich nichts nachsagen lassen und keine Fehler machen, wollen perfekt sein. Der eigene Anspruch ist extrem hoch. Oder die Eltern sagen sich: Wenn ich mir jetzt keine Mühe gebe, wird mein Kind später mal unglücklich sein."
WB: "Was gehört noch zur Fürsorge, was ist schon zu viel des Guten?"
Rogge: "Das Muster der sogenannten Helikopter-Eltern gibt es schon immer. Eltern werden viel von anderen Eltern beobachtet - und sind dabei sehr unsolidarisch. Das vermisse ich. Kinder möchten von ihren Eltern so angenommen werden, wie sie sind. Sie möchten nicht permanent verglichen und beobachtet werden. Eltern müssen ihre Kinder loslassen, und das hat nichts mit Fallenlassen zu tun. Kinder brauchen das Gefühl, dass Eltern sich Zeit für sie nehmen, wenn Kinder es möchten und nicht, wenn Eltern es möchten. Denn Kinder brauchen Zeit, die sie mit sich selbst verbringen.
WB: "Was würden Sie Eltern raten?"
Rogge: "Gebt Kinder Zeit, gebt ihnen Raum und wenn sie euch brauchen, seid für sie da."