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Smartphone-Fasten: Irgendwann nahm der Phantomschmerz ab

WOCHENBLATT-Redakteur Björn Carstens
Sechseinhalb Wochen Fasten sind nun vorbei. Ostermontag werde ich, WOCHENBLATT-Redakteur Björn Carstens (35), mein Smartphone wieder anstellen. Welches Fazit kann ich ziehen?
Sicher war es für mich Handy-Nerd anfangs schwierig, nicht ständig im Chat erreichbar zu sein, nicht überall Mails checken oder googeln zu können. Phantomschmerzen hatte ich das Gefühl genannt. Doch irgendwann nahmen die "Schmerzen" ab, der regelmäßige Griff in die leere Jackentasche hörte auf. Und jetzt, wo ich wieder online gehen darf, bin ich gar nicht mehr so scharf darauf, das Smartphone aus der Schublade zu holen.
Ich mache es trotzdem. Alleine weil ich neugierig bin, wie viele WhatsApp-Nachrichten ich bekommen habe. Und weil ich mein Ersatzhandy, das mir ein Arbeitskollege geborgt hatte, zurückgeben möchte. Interessant war übrigens folgende Erfahrung vom vergangenen Wochenende, als ich den alten Nokia-Knochen - kein modernes "Telefon-Internet-Alles-in-Einem-Gerät" - in einer überlaufenen Fußgängerzone verloren hatte. Ca. 15 Minuten später wurde mir der Verlust bewusst, ich machte auf dem Absatz kehrt, um auf die Suche zu gehen. Und siehe da: Da lag es vor einem Souvenir-Shop auf dem Fußboden. Kein Passant hatte sich offenbar für das Handy von anno dazumal interessiert. Mein Tipp für Schusselige, die gerne mal Dinge wie Handys verlieren: Legt euch ein uraltes Mobilgerät zu. Das klaut euch keiner.
Unterm Strich lässt sich sagen, ich habe die Fastenzeit genossen. An all diejenigen, die die ständige Verfügbarkeit auch stresst: Schaltet euer Smartphone doch mal ab. Man fühlt sich in der Zeit irgendwie selbstbestimmter. Es muss ja nicht gleich für sechseinhalb Wochen sein. Björn Carstens