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So kommt die Musik auf die CD: Mit "Raute Media" auf Besichtigungstour im Presswerk "Cinram"

Das Raute Media-Team zu Besuch im Presswerk von "Cinram" in Alsdorf: Uwe und Iris Knabbe (2. v. li. und re.), Grafiker Manfred Schoedsack und Susanne Böttcher (Foto: Cinram)
(bo). Jeder hat sie zuhause: CDs, DVDs, Blu-rays für Musik, Filme, PC-Spiele oder Software. Die Silberlinge sind seit 30 Jahren ein selbstverständlicher Bestandteil unseres Lebens. Aber wie werden die vielseitigen optischen Speichermedien eigentlich hergestellt? Mit dem Neu Wulmstorfer Musik-Label "Raute Media" hatte ich, Redaktionsassistentin Susanne Böttcher, Gelegenheit, ein Presswerk zu besichtigen.
Die Fahrt ging nach Alsdorf in der Nähe von Aachen. "Cinram" ist eines der größten Presswerke Europas. Dort lassen die Großen der Home-Entertainment-Branche wie Universal, Fox und Warner Music ihre Produkte herstellen und eben auch die "Raute Media" ihre Musik-CDs und Hörspiele.
Der Herstellungsprozess beginnt beim Kunststoff-Granulat, aus dem die Rohlinge angefertigt werden, und führt zum cellophanierten Endprodukt, das der Händler nur noch ins Regal zu stellen braucht.
Unser Rundgang startete in der Galvanik: Von den digitalen Audio- und Videodateien des Kunden wird in mehreren Arbeitsschritten eine Matrize für die Vervielfältigung hergestellt. Diese enthält das individuelle "Daten-Muster", das beim Endverbraucher im Player vom Laser abgetastet und in Töne und Bilder umgewandelt wird. Da dieses "Muster" mit großem Druck auf die Rohlinge gepresst wird, werden die Kopiervorlagen in galvanischen Bädern ausgehärtet.
In der Replikation werden die Daten von der Matrize auf die Unterseite der CD-Rohlinge gepresst und anschließend eine Aluminium- und Silber-Beschichtung aufgetragen. Danach erhält die Scheibe noch einen Schutzlack.
Auf Spindeln geschichtet geht es weiter zum Label-Druck. Hier wird es für den Silberling bunt: Mit Sieb- oder Offsetdruck erhält die Scheibe einen Farbauftrag durch eine Druckvorlage, die aus den Grafikdaten des Kunden hergestellt wurde. Bei Siebdruck ist schier alles möglich, denn hier werden die Farben durch ein dünnes Gewebe gedrückt: Leuchtfarben, Metallicfarben - ideal für Weihnachten - oder Duftfarben, die beim Darüberreiben für ein Geruchserlebnis sorgen. Nun ist die CD fertig.
Währenddessen werden in der Druckerei Booklets, Inlays, Stecktaschen und Verpackungen aus Papier und Pappe gedruckt, gestanzt und verklebt.
In einem letzten maschinellen Arbeitsgang wird alles zusammengefügt: Auf dem Laufband werden CD und Booklet in die Verpackung gelegt und cellophaniert. Zum Schluss wandern die Produkte versandfertig in Kartons auf eine Palette.
Bei DVDs und Blu-rays sind die Arbeitsprozesse ähnlich aber etwas aufwändiger, da hier noch mehr Datenvolumen auf dem Silberling untergebracht werden.
Eine große Rolle spielt bei dem ganzen Herstellungsprozess die Qualitätssicherung. Damit keine Fremdpartikel stören, findet die Replikation in geschlossenen Systemen hinter Glas statt. Durch wiederholte maschinelle als auch persönliche Kontrolle durch die Mitarbeiter wird gewährleistet, dass schließlich ein fehlerfreies Produkt in der dazugehörigen Verpackung landet.
Die Führung hat vier Stunden gedauert, doch die Werksmitarbeiter wussten so interessant und kurzweilig die einzelnen Arbeitsprozesse zu erklären, dass die Zeit wie im Flug verging. Die Besichtigung hat mir auf jeden Fall Respekt verschafft, wie aufwändig doch die Herstellung dieser kleinen Scheiben ist, die unser Leben auf so vielfältige Weise bereichern. Daran werde ich auf jeden Fall denken, wenn ich das nächste Mal zuhause Musik oder einen Film in den Player lege.