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Spiel des Monats: Aquasphere - Abenteuerliche Forschung in der Tiefseestation

(os). Wenn es ein Autor bei einem Gesellschaftsspiel schafft, mit wenigen Zugmöglichkeiten ein Maximum an Spieltiefe zu erreichen, zeugt das von großer Brillianz. Genau das schafft Stefan Feld bei "Aquasphere", dem WOCHENBLATT-Spiel des Monats Mai. Der aktive Spieler hat nur zwei Zugmöglichkeiten. Die Auswirkungen sind aber so gravierend, dass ein Strategiespiel erster Güte entsteht. Das Ganze spielt sich in einer Tiefseestation ab.
Wie berichtet, testet WOCHENBLATT-Redakteur Oliver Sander für Sie Gesellschaftsspiele und veröffentlicht sie in der Rubrik "Spiel des Monats", um Ihnen einen kleinen Einblick in das Dickicht der vielen Spiele-Neuheiten zu verschaffen.
Spielablauf: Alle Möglichkeiten aufzuzählen, würde hier den Rahmen sprengen. Ich beschränke mich auf die wichtigsten Regeln. Der aktive Spieler entscheidet, ob er mit seinem Wissenschaftler in der Forschungszentrale um einen Schritt nach vorne zieht und dadurch einen Bot programmiert oder ob er einen programmierten Bot in die Unterwasserstation zieht und ihn dort eine Aktion durchführen lässt.
In der Forschungszentrale geben Plättchen vor, auf welchem Feld welcher Bot programmiert wird. Vorausschauendes Planen, welche Aktionen man in jeder der nur vier Spielrunden benötigt, ist unabdingbar.
In der Unterwasserstation gibt der Wissenschaftler des Akteurs vor, in welchem der sechs Sektoren der programmierte Bot seine Aktion durchführt. Dabei gibt es sieben Möglichkeiten, die vom Ziehen von Aktionskarten über den Bau von U-Booten und den Kampf gegen lästige Oktopoden bis zum Nachschub von Zeitplättchen reichen.
Der Faktor Zeit spielt bei "Aquasphere" eine wichtige Rolle. Der Wissenschaftler braucht z.B. Zeit, um in der Unterwasserstation von einem in den nächsten Sektor zu kommen. Zudem kann man einmal pro Runde für drei Zeitmarker einen beliebigen Bot programmieren, ohne seinen Wissenschaftler in der Forschungszentrale aktivieren zu müssen. Ein wichtiger Spielzug, den man in den ersten Partien gerne vergisst.
Ein weiterer wichtiger Punkt bei "Aquasphere" ist der Ausbau seines eigenen Forschungslabors. Zu Beginn sind die Kapazitäten jedes Akteurs beschränkt. So darf man nur vier Zeitmarker haben oder zwei Aktionskarten besitzen. Durch den Ausbau seines Labors - ebenfalls eine Bot-Aktion - erweitert man seine Kapazitäten.
Wenn jeder Akteur der Reihe nach gepasst hat, endet die erste Runde und es erfolgt eine Zwischenwertung. Dabei wird u.a. geschaut, wie viele Bots man eingesetzt hat. Dafür gibt es Pluspunkte. Wichtig: Wenn man gewisse Marken auf der Siegpunktleiste überschreitet, muss man einen Kristall abgeben. Hat man diesen nicht in seinem Vorrat, muss man vor der Marke stehenbleiben. Nach der vierten Zwischenwertung erfolgt die Endwertung. Dort gibt es u.a. Bonus-Siegpunkte für den kompletten Ausbau des eigenen Forschungslabors. Wer dann die meisten Siegpunkte hat, gewinnt die Partie.
Fazit: "Aquasphere" ist ein tolles Strategiespiel, dessen Mechanismen fein ineinandergreifen. Es gibt eine Vielzahl von Möglichkeiten, an Siegpunkte zu kommen. Hier die richtige herauszusuchen und seine Taktik möglichst stringent durchzuziehen, ist Aufgabe und Herausforderung zugleich.
"Aquasphere" ist in meinen Augen ein reines Vielspielerspiel. Gelegenheitsspieler dürften aufgrund der Komplexität schnell an ihre Grenzen stoßen. Zu viel muss beachtet und durchdrungen werden. Zudem hat es die Spieldauer in sich: 30 Minuten pro Akteur sind eine ordentliche Hausmarke, wobei diese Zeit auch nur erreicht wird, wenn man keine Grübler am Spieletisch sitzen hat. Sonst kann eine Partie zu viert auch mal drei Stunden dauern.
Ein Wort zur Grafik: Die ist sehr bunt geraten - nach Meinung einiger Mitspieler zu bunt. Zudem hatte mancher Grobmotoriker Probleme mit den kleinen Bot-Figuren. Dem Spielespaß tut das keinen Abbruch. "Aquasphere" ist derzeit eines der besten Strategiespiele!
Aquasphere, zwei bis vier Spieler, ab zwölf Jahren, Verlag: Hall Games (Vertrieb: Pegasus Spiele), Autor: Stefan Feld, Dauer: ca. 30 Minuten pro Spieler, Preis: ca. 40 Euro
Kategorie: Strategiespiel, Vielspielerspiel
Wertung: 9 von 10 Punkten


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