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Spiel des Monats: Beasty Bar - Kartenspiel mit tollen Wendungen

(os). Eine Giraffe steht hinter einem Krokodil, vor dem Kroko wartet ein Nilpferd. Klingt komisch, ist aber das Szenario beim Kartenspiel "Beasty Bar" aus dem Hause Zoch. Die Tiere haben sich zum Fressen gern, aber dazu später mehr.
Wie berichtet, testet WOCHENBLATT-Redakteur Oliver Sander für Sie Gesellschaftsspiele und veröffentlicht sie in der Rubrik "Spiel des Monats", um Ihnen einen kleinen Einblick in das Dickicht der vielen Spiele-Neuheiten zu verschaffen. "Beasty Bar" lebt von überraschenden Wendungen und jeder Menge Schadenfreude.
Spielablauf: Jeder Spieler erhält ein Karten-Set mit jeweils zwölf Tieren. Zu Beginn nimmt jeder Akteur vier Karten auf die Hand. Der aktive Spieler spielt eine Karte in die Reihe vor dem Bar-Eingang, dem "Heaven's Gate". Dann ist der nächste Spieler an der Reihe. Auch er spielt eine Karte und schaut dann, ob sie einen Effekt hat (s. unten). Liegen irgendwann fünf Karten vor dem "Heaven's Gate", werden die vorderen beiden Tiere in die Bar eingelassen, das letzte Tier in der Reihe landet in der Gosse auf der anderen Seite der Warteschlange.
Jedes der zwölf Tiere hat eine besondere Fähigkeit:
Stinktier (Wert 1): Es entfernt die beiden Tierarten mit dem höchsten Kartenwert aus der Reihe vor dem "Heaven's Gate"
Papagei (Wert 2): Er entfernt eine beliebige Karte aus der Warteschlange.
Känguru (Wert 3): Es überspringt bis zu zwei vor ihm wartende Tiere.
Affe (Wert 4): Ein einzelner Affe bewirkt nichts. Wird ein zweiter Affe gespielt, werden alle Nilpferde und Krokodile aus der Reihe entfernt.
Chamäleon (Wert 5): Es imitiert für einen Zug die Rolle eines Tieres, das in der Warteschlange vorhanden ist
Robbe (Wert 6): Es vertauscht den Eingang und die Rauswurfkarte (Gosse)
Zebra (Wert 7): An ihm kommen keine Nilpferde und Krokodile vorbei
Giraffe (Wert 8): Sie überspringt das nächste Tier, wenn es einen niedrigeren Wert hat
Schlange (Wert 9): Sie ordnet alle wartenden Tiere nach den Kartenwerten - vor dem "Heaven's Gate" steht dann das Tier mit dem höchsten Wert
Krokodil (Wert 10): Es frisst alle Tiere, die vor ihm stehen und einen niedrigeren Wert haben (Ausnahme: Zebra)
Nilpferd (Wert 11): Es überspringt alle Tiere, die vor ihm stehen und einen niedrigeren Kartenwert haben (Ausnahme: Zebra)
Löwe (Wert 12): Er überholt alle Tiere und setzt sich sofort vor das "Heaven's Gate". Befindet sich schon ein anderer Löwe in der Warteschlange, landet der zweite Löwe in der Gosse (es kann halt nur einen König der Tiere geben!).
Acht Tiere haben nur einen einmaligen Effekt im Spiel, bei vier Tieren (Zebra, Giraffe, Krokodil und Nilpferd) wird nach jeder neu gespielten Karte geschaut, ob ihre Fähigkeit zum Tragen kommt. Vertauscht beispielsweise eine Robbe Ein- und Ausgang, kann es passieren, dass ein Krokodil, dass bislang hinter einem Zebra stand, nun einige Tiere mit niedrigerem Kartenwert vor sich stehen hat. Natürlich "verspeist" das Krokodil diese Tiere sofort - sehr unangenehm für die Kartenbesitzer...
Das Spiel endet, wenn alle Akteure ihre zwölf Tierkarten gespielt haben. Es siegt, wer die meisten Tiere in die Bar gerettet hat. Bei Gleichstand gewinnt derjenige, dessen Tiere in der Bar den niedrigsten Gesamtwert haben.
Fazit: "Beasty Bar" ist in der Tat ein biestiges Spiel, das vom "Aha"-Effekt und den vielen schönen Wendungen lebt. Unseren Spielerunden hat es sehr gut gefallen, vor allem in voller Besetzung.
Die Regeln sind denkbar einfach, die Umsetzung birgt allerdings einige Tücken, vor allem in den ersten Partien. Ich habe mehrfach nicht schlecht gestaunt, als meine scheinbar genau richtig gespielte Karte sich als Rohrkrepierer herausstellte, bzw. als Friedhof für meine Tiere, weil ich den Dauer-Effekt des Krokodils mal wieder nicht bedacht habe. Schadenfreude - das ist vor allem bei "Beasty Bar" tatsächlich die schönste Freude und macht einen großen Teil des Spielreizes aus.
Zwei Kritikpunkte gab es bei jeder meiner Spielrunden: Zum einen liegt nur eine Übersichtskarte in deutscher Sprache bei, auf der die Fähigkeiten der Tiere erklärt werden. Das ist gerade in der ersten Runde mit einer Vierer-Besetzung viel zu wenig. Zumal weil, und das war der zweite Kritikpunkt, die Grafiken auf den Karten die Fähigkeit des jeweiligen Tieres nur unzureichend erklären.
An der Grafik der Tiere auf den wunderbar großen Handkarten selbst ist nichts auszusetzen - ganz im Gegenteil: Sie sind überaus liebevoll gezeichnet - vor allem das Zebra ist ein echter Hammer!
Vielspieler, die jeden ihrer Züge bis ins Detail vorausplanen wollen, werden - so denke ich - mit "Beasty Bar" nicht glücklich werden. Wer aber ein kurzweiliges, schnelles Spiel mit einfachen Regeln sucht, kann hier problemlos zugreifen.
Beasty Bar, zwei bis vier Spieler, ab acht Jahren, Verlag: Zoch, Autor: Stefan Kloß, Dauer: ca. 20 Minuten, Preis: ca. 15 Euro
Kategorie: Kartenspiel, Familienspiel
Wertung: 7 von 10 Punkten


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