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Spiel des Monats: Camel up - Richtig wetten beim verrückten Kamelrennen

(os). Jedes Jahr kommen hunderte neue Gesellschaftsspiele auf den Markt. Um Ihnen im Wust der Neuheiten eine kleine Hilfestellung zu geben, testet WOCHENBLATT-Redakteur Oliver Sander für Sie Spiele und veröffentlicht sie in der Rubrik "Spiel des Monats".
Das WOCHENBLATT-Spiel des Monats August ist das Familienspiel "Camel up" des Hamburger Verlages "eggertspiele". Dabei wetten die bis zu acht (!) Akteure auf den Ausgang eines verrückten Kamelrennens. Wer die richtige Mischung aus Risikobereitschaft, Glück und Weitsicht findet, gewinnt das Spiel. "Camel up" wurde jüngst von einer Fachjury zum "Spiel des Jahres" gewählt und trägt seitdem den begehrten roten Spielepöppel auf seiner Schachtel.
Spielablauf: Fünf Kamele in verschiedenen Farben bestreiten ein spannendes Rennen. Der aktive Spieler wählt bei seinem Zug eine von vier möglichen Aktionen:
1. Ein Wüstenplättchen legen: Damit beeinflusst der Spieler die Zugweite eines Kamels. Wenn dieses auf das Wüstenplättchen läuft, rückt es ein Feld vor oder muss ein Feld zurück - je nachdem, auf welche Seite der Akteur das Plättchen gelegt hat. Rückt das Kamel ein Feld vor, springt es auf den Rücken eines dort bereits stehenden Kamels. Muss es zurück, wird es unter ein dort stehendes Kamel - oder ein Kamelturm - geschoben. Zudem erhält der Spieler, der das Wüstenplättchen gelegt hat, ein ägyptisches Pfund. Achtung: Wüstenplättchen dürfen nicht auf zwei nebeneinander liegenden Feldern platziert werden.
2. Würfeln: Der aktive Spieler würfelt mit dem "Würfelbecher" - einer stilechten Pyramide. Die Farbe des Würfels zeigt an, welches Kamel bewegt wird (ein bis drei Felder). Befinden sich andere Kamele auf dem Rücken des gewürfelten Tiers, werden sie von diesem mitgenommen. Wenn jedes Kamel einmal gewürfelt wurde, endet eine Etappe und es erfolgt eine Zwischenwertung.
3. Auf ein Kamel wetten: Für jedes Kamel stehen drei Wettplättchen zur Verfügung. Am Ende jeder Etappe wird auf die Platzierung geschaut. Liegt dort das Kamel vorne, auf das man gewettet hat, erhält man 5, 3 oder 2 ägyptische Pfund - je nachdem, welches Wettplättchen man ergattert hat. Landet das Kamel auf Rang zwei, erhält man immerhin noch ein Pfund. Schließt das Kamel nur auf den Positionen drei bis fünf ab, muss man ein Pfund an die Kasse bezahlen.
4. Das "tolle" oder "olle" Kamel bestimmen: Jedem Spieler steht für jedes Kamel eine Handkarte zur Verfügung. Jederzeit darf man wetten, welches Kamel das Gesamtrennen - nach Überschreiten der Ziellinie - gewinnt und welches Tier auf dem letzten Platz landet. Am Ende des Spiels, nach der letzten Zwischenwertung, werden die Tipps ausgewertet. Derjenige, der als Erster richtig auf das Schlusslicht gewettet hat, erhält 8 Pfund. Der Zweite bekommt 5 Pfund, der Dritte 3 Pfund, der Vierte 2 Pfund, jeder weitere 1 Pfund. Für jeden falschen Tipp muss man ein Pfund an die Kasse bezahlen. Identisch werden die Wetten beim Gewinner-Kamel abgerechnet. Wer dann die meisten Pfund gesammelt hat, gewinnt die Partie.
Fazit: Unseren Spielerunden hat "Camel up" in fast allen Konstellationen hervorragend gefallen. Fast immer gab es eine sofortige Revanche, wozu auch die angenehme Spieldauer von maximal 40 Minuten beitrug. Lediglich zu zweit fällt das Spiel aus meiner Sicht etwas ab.
"Camel up" ist - gerade mit steigender Spielerzahl - nichts für Strategen, die jeden Spielzug bis ins Detail durchplanen wollen. Es lebt von seiner Unberechenbarkeit und von der Schadenfreude, wenn ein Tipp mal wieder voll in die Hose gegangen ist. Beim Wetten kommen risikofreudige Spieler zum Zug - auf das richtige Kamel beim Etappen- und Gesamtsieg zu setzen, kann einen sehr weit nach vorn bringen.
Wer ein schnelles, wunderbar garstiges Spiel mit vielen überraschenden Wendungen sucht, das man auch in großen Runden spielen kann, liegt bei "Camel up" goldrichtig. Von mir gibt es eine klare Kaufempfehlung!
Camel up, zwei bis acht Spieler, ab acht Jahren, Verlag: eggertspiele (Vertrieb: Pegasus), Autor: Steffen Bogen, Dauer: ca. 20 - 40 Minuten, Preis: ca. 25 Euro
Kategorie: Familienspiel
Wertung: 8,5 von 10 Punkten