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Spiel des Monats: Ciúb - mit Würfeln Zauberkarten ergattern

(os). Würfelspiele gibt es wie Sand am Meer. Das WOCHENBLATT-Spiel des Monats Februar, "Ciúb" (sprich: kju:b) aus dem Hause Amigo, hebt sich ab und erhält durch interessante Sonderfunktionen der Würfel einen ganz eigenen Pep. Aufgabe ist es, bestimmte Kombinationen auf Zauberkarten zu erfüllen.
Wie berichtet, testet WOCHENBLATT-Redakteur Oliver Sander für Sie Gesellschaftsspiele und veröffentlicht sie in der Rubrik "Spiel des Monats", um Ihnen einen kleinen Einblick in das Dickicht der vielen Spiele-Neuheiten zu verschaffen.
Spielablauf: Der aktive Spieler hat zunächst die Möglichkeit, eine beliebige aller offenliegenden Zauberkarten mit seinem Marker zu blockieren. Nur er darf um diese Karte spielen. Wahlweise darf er eine Zauberkarte aus der oberen, passiven Reihe ganz aus dem Spiel nehmen.
Anschließend würfelt der Akteur mit den fünf weißen Würfeln, die ihm zu Spielbeginn zur Verfügung stehen. Er darf eine beliebige Anzahl in seine "Würfelschale" auf seinem persönlichen Tableau legen. Mit den übrigen Würfeln geht es weiter. Liegen alle Würfel in der Schale, wird abgerechnet. Hat der Spieler die Kombination einer Zauberkarte erwürfelt, z.B. vier Zweien oder eine Summe von mehr als 20, darf er sich die Karte nehmen - aber nur aus der unteren, aktiven Reihe. Anschließend zieht er eine Karte aus der oberen Reihe in die untere Reihe. Die obere Reihe wird mit einer Karte vom Nachziehstapel aufgefüllt. Der erfolgreiche Spieler muss ggf. seine Würfelanzahl wieder auf fünf reduzieren.
Durch die Aktion "Würfel tauschen", die auf jedem weißen Würfel vorhanden ist, kommt der aktive Spieler im Laufe seines Zuges an farbige Würfel (insgesamt sechs verschiedene Farben). Diese erleichtern ihm ggf., eine Zauberkarte zu erfüllen. So sind z.B. auf den orangefarbenen Würfeln drei Zweien, zwei Vieren und eine Sechs vorhanden. Versucht man z.B. die Zauberkarte mit vier Zweien zu erwürfeln, sind mehrere orangefarbene Würfel von großem Vorteil. Auf gelben Würfeln sind äquivalent die ungeraden Zahlen 1, 3 und 5 vorhanden. Andere Würfelaktionen sind u.a. die Wiederholung eines Wurfes oder der Austausch eines Würfels nach dem Ende seines Zuges gegen zwei beliebige andere Würfel.
Schafft es ein Spieler nicht, in seinem Zug eine Zauberkarte zu erfüllen, erhält er einen beliebigfarbigen Würfel hinzu. In der kommenden Runde startet er dann mit mehr als fünf Würfeln. Es gibt allerdings ein Limit: Man darf nie mehr als fünf weiße Würfel und nie mehr als vier Würfel pro Farbe haben.
Am Ende gewinnt der Akteur, dessen Zaubertränke zusammen die meisten Siegpunkte abwerfen.
Fazit: Mir hat Ciúb gut gefallen, weil es eine gute Mischung aus Würfelglück und ein paar taktischen Überlegungen (welchen Würfel tausche ich mir ein?) bietet. Wie bei jedem Würfelspiel kann es aber auch bei Ciúb passieren, dass man nichts trifft. Das muss man einrechnen, damit muss man umgehen können.
Ciúb sollte man nicht ausschließlich taktisch spielen. Wenn man alle Eventualitäten erst im Kopf durchgeht, drohen unnötige Wartepausen für die Gegenspieler. Vieldenker am Tisch können bei Ciúb nerven, zumal Interaktion kaum vorhanden ist. Tatsächlich beschränkt sie sich darauf, wie sehr man mit dem Gegenspieler bei dessen Versuchen mitfiebert und wie sehr man ihm den Erfolg gönnt.
Positiv finde ich die Möglichkeit, vor der Partie ein paar Zauberkarten aus dem Spiel zu nehmen und damit das Spiel zu beschleunigen. So ist eine Runde mit geübten Spielern in 30 Minuten gut machbar. Die ersten Langpartien in einer Viererkonstellation können dagegen schon mal länger als eine Stunde dauern.
Nicht so gut gefällt mir, dass man eine Zauberkarte mit seinem Marker blockieren kann. Bei vier Spielern kann es passieren, dass man anstatt um fünf nur um zwei Zauberkarten würfeln kann. Das schränkt unnötig ein, zumal wenn man z.B. gerade viele Würfel mit geraden Zahlen besitzt, aber nur um Zauberkarten mit ungeraden Zahlen würfeln kann.
Wer dem Glück gerne eine Chance gibt und ein Würfelspiel mit interessanten Sonderaktionen sucht, der liegt bei Ciúb goldrichtig. Kopfgesteuerte Planer sollten sich nach einer Alternative umschauen.
Ciúb, zwei bis vier Spieler, ab zehn Jahren, Verlag: Amigo, Autor: Tom Lehmann, Dauer: ca. 30 - 60 Minuten, Preis: ca. 18 Euro
Kategorie: Würfelspiel, Familienspiel
Wertung: 7 von 10 Punkten


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