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Spiel des Monats: Concordia - mit geschickten Zügen zur Vormacht im Mittelmeer

Das Spielbrett zeigt den Mittelmeerraum
(os). Die Spielebranche boomt: 2013 setzten die Verlage der klassischen Brettspiele und Puzzles knapp 400 Millionen Euro um. Das teilte jüngst die Fachgruppe Spiel mit. Vor allem einfache Familienspiele und Kartenspiele trugen dazu bei.
Um Ihnen im Wust der Gesellschaftsspiele zu helfen, testet WOCHENBLATT-Redakteur Oliver Sander für Sie Spiele und veröffentlicht sie in der Rubrik "Spiel des Monats". Das WOCHENBLATT-Spiel des Monats Februar ist "Concordia". Damit setzt Verleger Peter Dörsam aus Heidenau seine erfolgreiche Zusammenarbeit mit Spieleautor Walther "Mac" Gerdts fort. Mehr noch: Er setzt ihr die Krone auf. Bei "Concordia" geht es um die Vormachtstellung im Mittelmeerraum.
Spielablauf: Der Spielemechanismus ist denkbar einfach: Der aktive Spieler spielt eine seiner Handkarten aus und führt die dazugehörige Aktion aus. Folgende Karten gibt es (von jeder nur eine!):
Architekt: Der Spieler darf seine Kolonisten bewegen - entweder zu Land oder auf dem Wasser. Die Anzahl der Kolonisten bestimmt, wieviele Schritte zur Verfügung stehen. Die Summe kann beliebig aufgeteilt werden. Am Ende kann der Spieler eines seiner 15 Häuser bauen. Ein Plättchen gibt an, um welche Stadtsorte es sich handelt. Für eine Weinstadt werden z.B. eine Ware Ziegel, eine Ware "Wein" sowie vier Sesterzen fällig. Steht in der Stadt schon ein Haus eines Gegners, verteuern sich die Kosten.
Präfekt: Der Spieler wählt eine Provinz aus. In dieser produzieren alle Häuser jeweils eine Ware - z.B. eine Tuchstadt eine Ware "Tuch". Diese legen die Akteure in ihrem Kontor ab. Wahlweise kann ein Spieler auch Geld nehmen. Wie viel, verraten Bonusmarker am oberen linken Rand des Spielfeldes.
Kolonist: Der Spieler darf neue Kolonisten aufs Spielfeld bringen. Pro Kolonist muss er eine Ware "Nahrung" und eine Ware "Werkzeug" bezahlen. Der neue Kolonist wird an ein beliebiges Haus des Akteurs gestellt oder an den Startpunkt in Rom. Wahlweise kann er Akteur auch zwei Sesterzen pro eigenem Kolonisten auf dem Spielfeld nehmen.
Merkator: Der Spieler erhält drei Sesterzen. Zudem darf er zwei Warensorten in seinem Kontor mit der Bank handeln. Er darf entweder zwei Warensorten einkaufen, zwei Warensorten verkaufen oder je eine Warensorte ver- und einkaufen. Wichtig: Im Kontor muss Platz für gekaufte Waren sein.
Diplomat: Der Spieler darf die Aktion der zuletzt von einem Gegenspieler ausgespielten Personenkarte ausführen. So kann man z.B. mit dem Merkator eines Gegenspielers noch einmal handeln, auch wenn man seinen eigenen Merkator bereits gespielt hat.
Senator: Der Spieler darf bis zu zwei Personenkarte aus der Auslage am oberen, rechten Rand des Spielfeldes kaufen. Voraussetzung: Er kann die geforderten Kosten in Form von Waren bezahlen. Auf diese Weise erweitert der Akteur sein Kartendeck.
Konsul: Wie der Senator, allerdings darf nur eine neue Personenkarte gekauft werden. Dafür werden nur die auf der Personenkarte geforderten Kosten und keine Zusatzkosten fällig.
Spezialisten: Sie produzieren in allen Städten der jeweiligen Warensorte jeweils eine Ware. So produziert der Weber in allen Tuchstädten jeweils eine Ware Tuch, der Winzer in allen Weinstädten eine Ware Wein.
Tribun: Mit ihm werden alle ausgespielten Personenkarten wieder auf die Hand genommen. Bei mehr als drei Karten erhält der Spieler für jede weitere Karte eine Sesterze aus der Bank. Zudem darf er einen Kolonisten aufstellen, wenn er eine Ware Nahrung und eine Ware Werkzeug zahlen kann.
Das Spiel endet, wenn ein Spieler seine 15 Häuser bauen konnte oder wenn die letzte Personenkarte aus der Ablage gekauft wurde. Jeder andere Akteur ist noch einmal am Zug. Dann folgt die Endwertung: Dabei ist die Zugehörigkeit der Personenkarten zu verschiedenen Gottheiten wichtig. Beim "Saturnus" erhält jeder Spieler für jede Provinz mit mindestens einem Haus jeweils einen Siegpunkt. Hat der Akteur zwei "Saturnus"-Karten, erhält der für jedes Haus zwei Punkte.
Fazit: "Concordia" hat unseren Spielrunden hervorragend gefallen. Es ist beim ersten Mal ein abendfüllendes Spiel, bei dem man pro Mitspieler mit mindestens einer halben Stunde Dauer rechnen muss. Mit jeder weiteren Partie sinkt dieser Zeitfaktor, weil man schnell Routinen entwickelt. Ein Tipp: Bei der ersten Spielerunde sollte man dringend den Ratschlag der Regel befolgen, eine Zwischenwertung einzufügen. Dadurch wird deutlich, worauf es in der Endwertung ankommt und welche Gottheiten welchen Effekt haben.
Das Gute bei "Concordia": Es gibt viele Wege zum Sieg, den Königsweg gibt es nicht. Was ist ausgesprochen positiv finde: "Concordia" ist ein Eroberungsspiel, das komplett ohne kriegerische Elemente auskommt.
Für mich ist "Concordia" das beste Spiel des Verleger/Autoren-Duos Dörsam/Gerdts. Ich kann es Vielspielern und Strategie-Fans nur wärmstens empfehlen und spiele es immer wieder gern mit!
Concordia, zwei bis fünf Spieler, ab zwölf Jahren, Verlag: PD-Verlag, Autor: Walther "Mac" Gerdts, Dauer: ca. 30 Minuten pro Spieler, Preis: ca. 40 Euro
Kategorie: Strategiespiel, Vielspielerspiel
Wertung: 9 von 10 Punkten