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Spiel des Monats: Gipfelstürmer - packender Wettlauf der Steinböcke

... über die drei Fünfen darf er den bekannten Pfad nutzen ...
(os). Zum ersten Mal darf ich eine Rezension über ein Brettspiel schreiben, das es so nicht mehr gibt. Der Amigo-Verlag hat entschieden, das Würfelspiel "Gipfelstürmer" in der zweiten Auflage "Gipfelkraxler" zu nennen. Die Regeln für das WOCHENBLATT-Spiel des Monats Januar blieben aber gleich.
Wie berichtet, testet WOCHENBLATT-Redaktionsleiter Oliver Sander für Sie Gesellschaftsspiele und veröffentlicht sie in der Rubrik "Spiel des Monats", um Ihnen einen kleinen Einblick in das Dickicht der vielen Spiele-Neuheiten zu verschaffen.
Spielablauf: Die Akteure versuchen, einen ihrer fünf Steinböcke möglichst schnell vom Startpunkt zum Gipfel eines Berges zu bewegen. Der aktive Spieler würfelt mit fünf Würfeln und muss innerhalb von drei Würfen - zwei Mal darf er beliebig viele Würfel noch einmal würfeln - eine Kombination erreichen, die ihn zum nächsten Feld in Richtung Gipfel führt. Das wird immer schwieriger, je weiter es nach oben geht. Reichen z.B. zu Beginn noch drei Vieren, zwei verschiedene Paschs oder eine Würfelsumme von 20 und mehr, um das nächste Feld zu erreichen, führen auf der letzten Etappe nur fünf gleiche Zahlen auf den Gipfel. Es sei denn, es gelingt eine Reihe eigener Steinböcke zu bilden. Tiere der eigenen Farbe werden nämlich von einem nachfolgenden Steinbock auf ein Feld der nächsthöheren Ebene geschoben. Steht dort ebenfalls ein eigener Steinbock, geht es für diesen ebenfalls Richtung Gipfel usw. Steinböcke der Gegner werden dagegen verdrängt, landen über einen Fluss auf einem anderen Feld und können so ebenfalls eine - diesmal negative - Kettenreaktion auslösen, nämlich in Richtung Talstation.
Wer mit einem seiner Steinböcke den Gipfel erreicht, dreht ein Plättchen seiner Spielfarbe um. Sobald ein Spieler seinen zweiten Steinbock auf dem Gipfel begrüßen kann, hat er die Partie gewonnen.
Fazit: "Gipfelstümer" - oder jetzt "Gipfelkraxler" - ist ein Würfelspiel mit sehr einfachen Regeln, dessen Spielspaß je nach Mitspielern stark variiert. Deshalb vergebe ich mehrere Wertungen.
Während bei vier Akteuren ein lustiger und spannender Wettstreit um die besten Plätze ausbricht und die Schadenfreude groß ist, wenn mal wieder ein gegnerischer Steinbock mit dem Fluss weggespült wird, kann ich das Spiel zu zweit nicht empfehlen. Da wählte in unserer Spielrunde ein Akteur einen Weg, der andere einen anderen Weg. Von Wettstreit keine Spur, von Verdrängen ganz zu schweigen. Damit entfällt aber das zentrale Element, das "Gipfelstürmer" auszeichnet. Zu dritt gab es bei uns häufig den Wettkampf von zwei Spielern, während der dritte auf der anderen Spielfeldseite sein Glück versuchte.
Wer ein einfaches und schnelles Spiel sucht und auch das Glücksmoment durch die Würfel nicht scheut, ist bei "Gipfelstürmer" gut aufgehoben - wenn er drei, besser vier, Spieler an den Tisch bekommt.
Gipfelstürmer (Gipfelkraxler), zwei bis vier Spieler, ab acht Jahren, Verlag: Amigo, Autor: Friedemann Friese, Dauer: ca. 30 Minuten, Preis: ca. 20 Euro
Kategorie: Würfelspiel, Familienspiel
Wertung: 7 von 10 Punkten (mit vier Spielern)
6 von 10 Punkten (mit drei Spielern)
2 von 10 Punkten (mit zwei Spielern)

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