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Spiel des Monats: Machi Koro - Erwürfle eine ertragreiche Stadt

(os). Die Spieleverlage erzielen den Großteil ihres Jahresumsatzes von insgesamt rund 400 Millionen Euro im Weihnachtsgeschäft. Um Ihnen im Wust von rund 850 Neuheiten, die jüngst auf der Spielemesse in Essen vorgestellt wurden, den Überblick zu behalten, testet WOCHENBLATT-Redakteur Oliver Sander für Sie Spiele und veröffentlicht sie in der Rubrik "Spiel des Monats".
Das WOCHENBLATT-Spiel des Monats November ist das familientaugliche Würfelspiel "Machi Koro". In Japan ist die "Würfelstadt" - so die Übersetzung - längst ein Hit. Jetzt hat der Kosmos-Verlag das Spiel nach Deutschland importiert.
Spielablauf: Jeder Spieler hat dasselbe Ziel: Als Erster die vier Großprojekte - Bahnhof, Einkaufszentrum, Freizeitpark und Funkturm - errichten. Als Startkapital erhält jeder Spieler ein Weizenfeld, eine Bäckerei und drei Münzen.
Der aktive Spieler würfelt mit einem Würfel (hat er später den Bahnhof errichtet, darf er auch zwei Würfel nutzen). Ein Spieler, der ein Gebäude mit der gewürfelten Zahl besitzt, erhält dafür eine Belohnung - meistens in Form von Geld. Es gibt zwei Arten von Karten: Sind drei Spielpöppel auf der Karte vorhanden, erhält jeder Spieler die Belohnung. Ist nur ein Pöppel vorhanden, erhält nur der Akteur das Geld, der gewürfelt hat.
Beispiele: Fällt ein 1, erhält jeder Besitzer eines Weizenfeldes eine Münze pro Karte. Für die Bäckerei erhält nur der aktive Spieler eine Münze, wenn er eine 2 oder 3 würfelt. Hat ein Spieler ein Stadion errichtet (Kosten: 6 Münzen) und würfelt eine 6, erhält er von allen Gegenspielern jeweils 2 Münzen.
Das Geld kann der aktive Spieler anschließend in ein neues Gebäude investieren - oder wahlweise eines der vier Großprojekte umsetzen (diese kosten bis zu 22 Münzen!). Auf diese Weise wachsen die Städte der Spieler immer weiter - und mithin die Einnahmequellen der Akteure.
Fazit: "Machi Koro" hat unseren Spielerunden in allen Konstellationen viel Spaß gemacht. Die wenigen Regeln sind in nullkommanichts erklärt, was vor allem Familien und Wenigspieler erfreut. Natürlich spielt das Würfelglück bei "Machi Koro" eine nicht unerhebliche Rolle, doch auch wenn man in der Ertragsphase einmal leer ausgeht und nur wenig Geld zur Verfügung hat, kann man sich attraktive Gebäude kaufen, die in den folgenden Runden Profit abwerfen.
Auch auf Vielspieler wie mich übt "Machi Koro" einen großen Reiz aus. Immer wieder kann man verschiedene Taktiken und Gebäude-Kombinationen testen. Den Königsweg zum Sieg gibt es nicht - zumindest habe ich ihn noch nicht gefunden.
Mit der Graphik, mit der wohl eher der japanische Spieler angesprochen werden sollte, kann ich mich nicht so recht anfreunden. Das ist aber Geschmackssache und tut dem Spielespaß überhaupt keinen Abbruch. Ich hoffe, dass "Machi Koro" in Deutschland so erfolgreich ist, dass Kosmos auch die zwei in Japan schon erhältlichen Erweiterungen noch herausbringt. Vielleicht könnte der Verlag die Spieler als Großprojekt ja einen Flughafen bauen lassen...
Machi Koro, zwei bis vier Spieler, ab acht Jahren, Verlag: Kosmos, Autor: Masao Suganuma, Dauer: ca. 30 Minuten, Preis: ca. 12 Euro
Kategorie: Familienspiel, Würfelspiel
Wertung: 8,5 von 10 Punkten

P.S. "Machi Koro" steht auf der Auswahlliste zum "Spiel des Jahres 2015". Der Preisträger wird am 6. Juli bekanntgegeben.