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Spiel des Monats: Mangrovia - Den Göttern gewogen zum Stammeshäuptling

(os). Weltweit gibt es rund 150.000 Quadratkilometer Mangrovenwälder. Einen winzigen Teil davon können sich Brettspielefans - im übertragenen Sinn - ins heimische Wohnzimmer holen - und zwar bei "Mangrovia", dem WOCHENBLATT-Spiel des Monats Juni. Hier kommt es darauf an, durch geschicktes Einsetzen seiner Hütten Siegpunkte auf Götterpfaden zu ergattern und damit zum Häuptling des Stammes aufzusteigen.
Wie berichtet, testet WOCHENBLATT-Redakteur Oliver Sander für Sie Gesellschaftsspiele und veröffentlicht sie in der Rubrik "Spiel des Monats", um Ihnen einen kleinen Einblick in das Dickicht der vielen Spiele-Neuheiten zu verschaffen.
Spielablauf: Gespielt wird in mehreren Runden. Der Startspieler platziert eine seiner beiden Schalen auf einem Aktionsfeld (bei vier und fünf Spielern steht jedem Akteur nur eine Schale zur Verfügung), reihum folgen die anderen Akteure. Damit sichert sich jeder Spieler jeweils zwei Aktionen.
Haben alle Spieler ihre Schale(n) platziert, fährt ein Boot nacheinander alle zwölf Aktionsfelder ab. Auf diese Weise erhalten die Akteure z.B. neue Landschafts- oder Kostbarkeiten-Karten aus der Auslage oder vom verdeckten Nachziehstapel. Diese benötigen sie später für den (wichtigen) Bau ihrer Hütten in den Mangrovenwäldern.
Möglich sind auch Amulett-Aktionen. Dabei erhalten die Spieler - je nach ihrer Position auf einer Sonderskala - Amulette. Diese werden ebenfalls für den Bau von Hütten auf bestimmten Spielfeldern benötigt.
Apropos bauen: In jeder Spielrunde dürfen nur Felder zweier von vier Landschaftstypen (Wasser, Sand, Mangroven, Schilf) bebaut werden. Welche das sind, ist zu Spielbeginn qua Regel festgelegt und wird ab der zweiten Runde von dem jeweiligen Startspieler bestimmt. Der aktive Spieler kann eine seiner Hütten auf einem freien Feld errichten und muss dafür eine gewisse Anzahl an Amuletten oder Kostbarkeiten sowie eine entsprechende Landschaftskarte (bzw. zwei bei einer Doppelhütte) abgeben. Der Spieler bekommt danach sofort Siegpunkte für den Bau gutgeschrieben. Wie viele das sind, verraten Sonnensymbole auf jedem einzelnen Feld.
Auf diese Weise wird das Spielfeld immer voller mit den Hütten der Spieler. Sobald ein Akteur seine letzte Hütte gesetzt hat (je nach Spielerzahl acht, neun oder zehn), wird die aktuelle Runde noch zu Ende gespielt. Dann folgt die Endwertung: Dabei werden jede Reihe, jede Spalte sowie jeweils ein gesondertes Stein- und Pfahlfeld gewertet. In jeder Reihe und jeder Spalte erhält der Spieler mit den meisten Hütten die höhere von zwei Siegpunktzahlen, die neben der entsprechenden Götterstatue verzeichnet ist. Der Akteur mit den zweitmeisten Hütten erhält die niedrigere Zahl. Bei Gleichstand siegt der Spieler, dessen Hütte näher an der Götterstatue steht. Schließlich gibt es Siegpunkte für nicht verbaute Amulette. Wer am Ende auf der Siegpunktleiste am weitesten vorne steht, siegt und ist der neue Stammeshäuptling.
Fazit: "Mangrovia" ist ein sehr gutes Spiel für die ganze Familie, das mit einfachen Regeln viel Spieltiefe entwickelt und das mir in allen Besetzungen richtig Spaß macht. Große Innovationen hat es nicht zu bieten, doch die gewählten Spielmechanismen greifen sauber ineinander.
Den Spielern bleiben genügend Möglichkeiten, das Spiel zu beeinflussen. Dabei sollten sie sich allerdings für einen Weg entscheiden: Wer z.B. zu Beginn viele Amulette sammelt, sollte das auch im weiteren Spielverlauf tun und sich auf die entsprechenden Baufelder konzentrieren. Überall auf dem Spielfeld vertreten sein zu wollen - diese Taktik wird nicht funktionieren.
Hilfreich ist, wenn man genau beobachtet, welche Karten sich die Gegenspieler nehmen, um ggf. ein für sie wichtiges Baufeld vor ihnen zu besetzen - auf jedem Baufeld darf nämlich nur die Hütte einer Spielerfarbe stehen.
Gut gefallen hat mir die Ausgewogenheit der Aktionsfelder. Wer z.B. in einer Runde viele Karten sammelt, kann nicht bauen. Wer baut, erhält in der aktuellen Spielerunde nicht so viele Karten.
Wer ein kurzweiliges Spiel mit leichten taktischen Anteil, eingängigen Regeln, schönem Material und einer angenehmen Spieldauer sucht, ist bei "Mangrovia" genau richtig aufgehoben.
Mangrovia, zwei bis fünf Spieler, ab zehn Jahren, Verlag: Zoch, Autor: Eilif Svensson, Dauer: ca. 45 bis 75 Minuten, Preis: ca. 35 Euro
Kategorie: Familienspiel, Mehrheitenspiel
Wertung: 8 von 10 Punkten


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