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Spiel des Monats: Russian Railroads - Ein Leben als Eisenbahnmogul

(os). Jedes Jahr kommen hunderte neue Gesellschaftsspiele auf den Markt. Um Ihnen im Wust der Neuheiten zu helfen, testet WOCHENBLATT-Redakteur Oliver Sander für Sie Spiele und veröffentlicht sie in der Rubrik "Spiel des Monats".
Das WOCHENBLATT-Spiel des Monats Juni ist das Strategiespiel "Russian Railroads". Als Eisenbahnmogule planen die Akteure drei Eisenbahnlinien von Moskau nach St. Petersburg, nach Kiew und nach Wladiwostok.
Spielablauf: Der aktive Spieler setzt auf dem großen, allgemeinen Spielplan ein bis drei seiner anfangs fünf Arbeiter ein. Damit baut er auf seinem individuellen Spielplan Gleise, kauft Lokomotiven, sichert sich die Dienste der besten Ingenieure oder errichtet Fabriken. Jedes Feld darf nur einmal belegt werden. Um ein bestimmtes Feld in der nächsten Runde auf jeden Fall besetzen zu können, macht es Sinn, sich zeitig die Startspielerposition zu sichern.
Dem Schienenbau kommt bei "Russian Railroads" die wichtigste Funktion zu. Man baut zunächst schwarze und dann nacheinander graue, braune, beige und weiße Schienen. Je weiter man sich entwickelt, desto wertvoller werden die Strecken bei jeder Wertung.
Die Wertungen erfolgen am Ende jeder Runde, wenn alle Spieler ihre Arbeiter gesetzt und die entsprechende Aktion durchgeführt haben. Dann wird geschaut, wie weit sich jeder Akteur auf seinen drei Strecken fortentwickelt hat. Die besten Schienen nützen freilich nichts, wenn sie nicht von entsprechenden Lokomotiven befahren werden. Auch hier entwickeln sich die Spieler im Laufe einer Partie fort: Hat man zu Beginn nur eine einfache Draisine zur Verfügung, kommen später riesige Dampfloks zum Einsatz, die bis zu neun Felder weit fahren können.
Gewertet wird nach jeder Runde - sieben bei vier Spielern, sechs bei zwei und drei Spielern - auch der Grad der Industrialisierung. Je mehr man in den Bau von Fabriken investiert, desto mehr Siegpunkte kann man abgreifen.
Wer nach der letzten Runden- und der anschließenden Endwertung die meisten Siegpunkte hat, gewinnt.
Fazit: Schon beim Aufbau von "Russian Railroads" wird deutlich: Hier hat man es mit einem spielerischen Schwergewicht zu tun. Die Möglichkeiten der Akteure in diesem Strategiespiel sind außerordentlich zahlreich. Die ersten Partien unserer Spielrunden glichen deshalb zunächst einem Blindflug. Doch schnell wird klar, dass man versuchen muss, sich eine Strategie zurechtzulegen und diese konsequent durchzuziehen. Wer versucht, auf allen Feldern mitzumischen, wird nichts erreichen.
In den ersten Wertungsrunden fließen die Siegpunkte noch eher spärlich, um in den letzten beiden Runden regelrecht zu explodieren. Wer sich wundert, warum Spielplättchen mit 400 Siegpunkten verteilt werden: Warten Sie die letzten beiden Runden ab...
Uns hat "Russian Railroads" in allen Konstellationen außerordentlich gut gefallen. Es richtet sich vor allem an Vielspieler, denen eine reine Spielzeit von rund 30 Minuten pro Akteur und einiges an Aufbautätigkeit nichts ausmacht. Zum tollen Eindruck von "Russian Railroads" trägt die hervorragende Regel bei: Auf 24 Seiten werden sämtliche Möglichkeiten des anspruchsvollen Spiels genau erklärt. Chapeau an die Redaktion!
Russian Railroads, zwei bis vier Spieler, ab zwölf Jahren, Verlag: Hans im Glück, Autoren: Helmut Ohley, Leonhard Orgler, Dauer: ca. 30 Minuten pro Mitspieler, Preis: ca. 36 Euro
Kategorie: Strategiespiel
Wertung: 9 von 10 Punkten