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Spiel des Monats: Spinderella - Spinnen auf der Lauer nach fremden Waldameisen

(os). Kinderspiel des Jahres und Deutscher Kinderspielpreis - "Spinderella" aus dem Hause Zoch hat in diesem Jahr beide wichtigen Auszeichnungen in Deutschland abgeräumt. Grund genug, sich dem Spiel in der WOCHENBLATT-Kategorie "Spiel des Monats" zu widmen.
Wie berichtet, testet WOCHENBLATT-Redaktionsleiter Oliver Sander für Sie Gesellschaftsspiele und veröffentlicht sie in der Rubrik "Spiel des Monats", um Ihnen einen kleinen Einblick in das Dickicht der vielen Spiele-Neuheiten zu verschaffen.
Spielablauf: Zunächst wird das 3-D-Spielbrett aufgebaut. Es besteht aus zwei Ebenen: Auf der unteren Ebene befindet sich die Laufstrecke, die die Akteure mit ihren drei Waldameisen bewältigen müssen. Wer zuerst mit seinen drei Tieren das Ziel erreicht, hat das Spiel gewonnen.
Klingt einfach, wenn nur die zweite Ebene nicht wäre. Oben werden zwei Spinnen gezogen, deren Bewegung über einen innovativen Fadenmechanismus ihre "Schwester" Spinderella beeinflusst. Diese hängt an der Unterseite der oberen Ebene und wartet nur darauf, sich abzuseilen und die Waldameisen der Gegenspieler per Magnet zu fangen. Geschieht das - klack! - , wird die betroffene Ameise - ganz kindgerecht - auf das Startfeld zurückgestellt.
Der aktive Spieler würfelt jeweils mit den drei Würfeln - braun, grün und weiß. Zeigt der grüne Würfel eine Ameise, zieht man sie so weit vor, wie die Zahl auf dem braunen Würfel anzeigt. Ist das Zielfeld mit einer anderen Ameise oder dem Baumstumpf besetzt, setzt man seine Ameise obendrauf - und wird mitgeschleppt, wenn der Gegenspieler seine Ameise das nächste Mal bewegt.
Hat man mit dem grünen Würfel die Spinne gewürfelt, bewegt man die Spinnen auf der oberen Ebene des Spielbretts so viele rote Punkte, wie es der weiße Würfel anzeigt. Fängt dadurch Spinderella am unteren Ende des Seils eine gegnerische Ameise, darf man zur Belohnung eine eigene Spielfigur voranziehen. Die Zugweite ergibt sich durch die Augen des braunen Würfels.
Hat man ein Blatt gewürfelt, darf man den Baumstumpf versetzen. Wird "die Borke" (so der Terminus in den Spielregeln) über eine oder mehrere Ameisen gesetzt, darf/dürfen diese nicht bewegt werden, bis der Baumstumpf wieder versetzt wurde. Zusätzlich zieht man eine eigene Ameise oder die Spinnen.
Fazit: "Spinderella" hat einen hohen Aufforderungscharakter wie kaum ein anderes Spiel. Sobald man das tolle 3-D-Brett aufgebaut hat, will man sofort loslegen. Auch der Spielmechanismus ist hervorragend. Groß ist die (Schaden)Freude, wenn man mit Spinderella eine Ameise eines Gegners fängt und an den Start zurücksetzt. Durch eine kurze und eine lange Strecke, die gewählt werden können, bietet das Spiel genügend Abwechslung.
Nicht so gut gefallen hat unserer Spielerunde die Farbwahl der Würfel. Warum die Ameisen auf dem grünen Würfel weiß sein müssen und die Spinnen schwarz, während der Ameisenwürfel braun ist und der Spinnenwürfel weiß, hat sich uns nicht erschlossen und sorgt dafür, dass man gerade zu Beginn häufiger als gewünscht in die Spielregel schauen muss. Auch ist das Spinnennetz auf der oberen Ebene verwirrend, da die Spinnen nicht entlang der weißen Linien gezogen werden sollen, sondern zwischen den Punkten.
Insgesamt ist "Spinderella" ein schönes Spiel für Familien und Kinder ab sechs Jahren, das sich durch seinen außergewöhnlichen Mechanismus abhebt und auszeichnet.
Spinderella, zwei bis vier Spieler, ab sechs Jahren, Verlag: Zoch, Autor: Roberto Fraga, Dauer: ca. 15 Minuten, Preis: ca. 30 Euro
Kategorie: Kinderspiel
Wertung: 7 von 10 Punkten

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