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Spiel des Monats: Steam Time - mit dem Luftschiff auf der Suche nach Zeitphänomenen

 
Das Spielfeld wird aufgebaut mit sechs Momumenttafeln - hier in der Version für zwei Mitspieler
(os). Ins Jahr 1899 verschlägt es die Spieler bei "Steam Time", dem WOCHENBLATT-Spiel des Monats Mai. Für die Akteure geht es darum, mit ihren mit Dampf betriebenen Luftschiffen Zeitphänomene bei verschiedenen Monumenten zu erkunden. Das klingt erstmal sehr theoretisch, "Steam Time" ist aber ein klassisches Worker-Placement-Spiel - ein praktisches und sehr gutes dazu.
Wie berichtet, testet WOCHENBLATT-Redaktionsleiter Oliver Sander für Sie Gesellschaftsspiele und veröffentlicht sie in der Rubrik "Spiel des Monats", um Ihnen einen kleinen Einblick in das Dickicht der vielen Spiele-Neuheiten zu verschaffen.
Spielablauf: Für die Akteure geht es darum, möglichst viele Ansehenspunkte (=Siegpunkte) zu ergattern. Dafür schicken sie, beginnend mit dem Startspieler, ihre drei Luftschiffe nacheinander auf Entdeckungsreise. Ein Akteur kann sich pro Spielrunde zudem die Startspieler-Karte für die nächste Runde sichern.
Auf den sechs Monumenttafeln stehen verschiedenen Aktionen bereit. Der aktive Spieler "fliegt" ein Auftragsfeld an und sichert sich den daneben liegenden Auftrag. Wird dieser am Ende des gesamten Spiels erfüllt, bringt er Siegpunkte.
Bei einer Begegnung zieht der Spieler die aufgedruckte Anzahl von Begegnungskarten und sucht sich eine davon aus. Bei manchen Karten erhält nur der aktive Spieler eine Belohnung, bei anderen Karten auch die Mitspieler.
In den Kristallminen kauft der Spieler für jeweils zwei Münzen eine beliebige Anzahl der ausliegenden Kristalle, die er auf seinem Tableau ablegt.
In der sogenannten Steam-Leiste erwirbt der Akteur ein Upgrade für sein Raumschiff. Dieses bringt ab der kommenden Spielrunde Zusatzeinkommen und/oder Siegpunkte. Um ein Upgrade zu erwerben, muss der Spieler eine gewisse Anzahl an Kristallen investieren.
Auf dem Goldfeld bekommt der Spiele den aufgedruckten Wert in Münzen ausbezahlt.
Beim Expeditionsfeld nimmt sich der Akteur die daneben liegende Expeditionskarte. Je nachdem, wie gut er auf seinem Tableau mit goldfarbenen Kristallen ausgestattet ist, erhält er zwischen einer und fünf Belohnungen - in Form von Kristallen, Geld und Siegpunkten.
Für den Spielzug gilt grundsätzlich: Auf einem Feld darf immer nur ein Luftschiff stehen. Das jeweils nächste Luftschiff des Spielers muss auf einer Monumenttafel eingesetzt werden, die höher als das/die vorherige(n) liegt.
Nach jedem Zug erhält der aktive Spieler möglicherweise einen Bonus - und zwar wenn er Kristalle in der Farbe der gewählten Aktion auf seinem Tableau liegen hat. Auf diese Weise gibt es u.a. zusätzliche Siegpunkte oder "Steams", die man z.B. einsetzen kann, um fehlende Kristalle zu erwerben.
Nach fünf Runden erfolgt die Schlusswertung, bei der die erworbenen Aufträge noch mit einfließen. Wer dann die meisten Siegpunkte hat, gewinnt die Partie - je nach Spielerzahl nach einer bis eineinhalb Stunden.
Fazit: "Steam Time" ist ein schönes Taktikspiel, das unseren Spielerunden sehr gut gefallen hat. Es zieht seinen Reiz aus vielen Möglichkeiten, an Siegpunkte zu kommen. Das erste Spiel sollte man als Proberunde verstehen, um die verschiedenen Taktiken zu erkunden. Man sollte sich bei "Steam Time" nämlich auf eine Taktik festlegen. Wer alle sechs möglichen Zugmöglichkeiten wählt, wird nicht weit kommen.
Bei "Steam Time" ist es sehr wichtig, auch die Gegner im Auge zu haben, um ihnen im richtigen Moment ein bestimmtes Feld zuzusetzen. Gerade bei zwei Akteuren kann das über Sieg und Niederlage entscheiden.
Dass der Verlag bei "Steam Time" mit den Modulen "Sabotage" und "Spezialisten" zwei Erweiterungen gleich mit beigelegt hat, finde ich hervorragend. Wobei ich auch mit dem Grundspiel bislang immer neuen Spaß hatte, weil ich immer andere Wege zum Sieg gesucht habe.
Die Grafik von "Steam Time" ist für meinen Geschmack ein bisschen zu bunt geraten, schränkt den Spielspaß aber keineswegs ein.
Wer ein Workerplacement-Spiel mit vielen taktischen Wahl-Möglichkeiten sucht, ist bei "Steam Time" bestens aufgehoben. Auch wenn auf der Spieleschachtel das empfohlene Alter bei zwölf Jahren liegt, kann man es auch mit spielerfahrenen Zehnjährigen bedenkenlos auf den Tisch bringen.
Steam Time, zwei bis vier Spieler, ab zwölf Jahren, Verlag: Kosmos, Autor: Rüdiger Dorn, Dauer: ca. 60 bis 90 Minuten, Preis: ca. 35 Euro
Kategorie: Taktikspiel
Wertung: 8 von 10 Punkten

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