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Spiel des Monats: Vienna - auf Kutschfahrt durch die Donau-Metropole

(os). Prater, Stephansdom, Gloriette, Burgtheater, Schloss Schönbrunn - in Wien finden Touristen jede Menge Sehenswürdigkeiten. Ins Wien des 19. Jahrhunderts entführt "Vienna" - das WOCHENBLATT-Spiel des Monats November. Die Akteure versuchen, auf ihrer Kutschfahrt möglichst viele einflussreiche Menschen auf ihre Seite zu ziehen, um Siegpunkte zu ergattern. Da scheut man auch nicht davor zurück, den Kutscher zu bestechen...
Wie berichtet, testet WOCHENBLATT-Redaktionsleiter Oliver Sander für Sie Gesellschaftsspiele und veröffentlicht sie in der Rubrik "Spiel des Monats", um Ihnen einen kleinen Einblick in das Dickicht der vielen Spiele-Neuheiten zu verschaffen.
Spielablauf: Je nach Spielerzahl erhält jeder Akteur vier bzw. fünf Würfel seiner Farbe. Beginnend beim Startspieler würfelt jeder einmalig, sobald er am Zug ist. Diese Würfel muss er nun gewinnbringend auf dem Spielfeld einsetzen. Auf diesem stehen in aufsteigender Reihenfolge 25 Felder zur Verfügung, die besetzt werden können. Der aktive Spieler setzt einen oder zwei Würfel seiner Wahl auf ein Spielfeld ein. Auf einigen Feldern tritt ein Soforteffekt ein (so erhält man beim Prater sofort eine Münze und darf zudem einen seiner Würfel auf eine beliebige Seite drehen), die meisten werden jedoch erst gewertet, wenn alle Akteure ihre Würfel eingesetzt haben. Grundsätzlich gilt: Jeder Spieler muss in eine Richtung "fahren", also zunächst einen niedrigen und beim nächsten Mal einen (oder mehrere) höheren Würfel einsetzen. Ausnahme: Der Akteur besticht den (imaginären) Kutscher, indem er eine Münze abgibt. Dann darf er auch ein Feld mit niedrigerer Augenzahl ansteuern. Übrigens: Jedes Spielfeld darf nur einmal besetzt werden. Gegen Abgabe einer Münze darf jeder Spieler jederzeit einen seiner Würfel um eine Zahl nach unten oder oben drehen oder alle Würfel noch einmal würfeln.
Auf Feldern mit der Kennziffer "6" erhalten die Spieler Personenkarten. Diese helfen bei Zwischenwertungen auf den Feldern "Pestsäule", "Stephansdom" und "Schloss Belvedere". Auf diesen Feldern kontrolliert der Akteur mit seinen beiden Nachbarn, ob er die Mehrheit der Symbole "Bürger", "Kirche" oder "Krone" auf seinen Personenkarten hat. Dafür erhält er Siegpunkte sowie teilweise Münzen.
Das Spiel endet, sobald ein Akteur 25 Siegpunkte oder mehr erreicht hat. Die aktuelle Runde wird noch zu Ende gespielt. Danach erfolgt noch einmal ein Vergleich der Symbole auf den Personenkarten. Zudem darf noch Geld in Siegpunkte umgetauscht werden. Wer dann die meisten Siegpunkte hat, gewinnt die Partie.
Fazit: "Vienna" hat unseren Spielerunden überwiegend sehr gut gefallen. Es besticht durch seinen schönen Einsetzmechanismus, der an das Spiel "Kingsburg" erinnert. Bei "Vienna" muss man allerdings nicht so sehr grübeln, was es zu einem geeigneten Spiel für Familien macht. Allerdings sollte man den taktischen Anteil nicht unterschätzen: Es ist sehr wichtig, die Pläne der Gegenspieler im Blick zu behalten und ihnen ggf. mal ein Feld, das ihnen große Vorteile bringt, zuzusetzen.
Die Grafik von Michael Menzel ist einmal mehr herausragend, die Idee mit einer Tag- und einer Nachtseite ist nett - wobei die Spielregeln die selben sind. Wer ein Spiel für die ganze Familie mit einem überschaubaren taktischen Anspruch und einfachen Regeln sucht, der ist bei "Vienna" gut aufgehoben. Die 30 Spielminuten verfliegen wie im Flug, sodass eine sofortige Revanche immer möglich ist.
Vienna, drei bis fünf Spieler, ab zehn Jahren, Verlag: Schmidt Spiele, Autor: Johannes Schmidauer-König, Dauer: ca. 30 Minuten, Preis: ca. 27 Euro
Kategorie: Familienspiel
Wertung: 7,5 von 10 Punkten

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