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Vorfreude im Zeichen der Ringe

In Luhmühlen soll 2024 die Olympia-Fahne wehen. Geplant ist, hier die Vielseitigkeitsreiterei stattfinden zu lassen (Foto: Montage MSR)
(bc). Hamburg hat seinen Hut in den Ring geworfen. Die Hansestadt will wie auch Berlin die Olympischen Sommerspiele 2024 ausrichten. Anfang der Woche hat der Senat seine Bewerbung vorgestellt.

Es sollen bescheidene Spiele werden: nachhaltig, kompakt, umweltfreundlich. Auch wenn sich die Olympia-Befürworter noch in der Aufwärmphase befinden, klar scheint jetzt schon: Findet das globale Sportereignis tatsächlich in Hamburg statt, würde auch die Metropolregion profitieren. „Das könnte hier einschlagen wie eine Bombe“, sagt PR-Experte Andreas Ewald aus Stade.

Schon die Auswahl der Wettkampfstätten erzeugt bei den Sportfans einen Funken Euphorie. Das Sportschießen soll in Garlstorf ausgetragen werden, die Vielseitigkeitsreiterei in Luhmühlen (beides im Landkreis Harburg), um das Segelquartier bewirbt sich neben Warnemünde, Travemünde und Kiel auch Cuxhaven.

„Dass wir vorgesehen sind, ist wie ein kleiner Ritterschlag“, sagt Julia Otto, Geschäftsführerin der Turniergesellschaft Luhmühlen. Hamburg sei geeignet, Olympische Spiele auszurichten. Das Konzept mit einem kompakten Olympiapark auf dem Kleinen Grasbrook sowie Unterkunftsmöglichkeiten auf Hotelschiffen sei schlüssig. Otto hält es für sinnvoll, alle Reitwettbewerbe im 40 Kilometer entfernten Luhmühlen auszutragen. Genug Platz sei vorhanden.

Die IHK Stade schlägt in die gleiche Kerbe, wird die Bewerbung Hamburgs und Cuxhavens unterstützen. Olympia treibe die Infrastruktur-Entwicklung in der gesamten Unterelbe-Region voran, die Region würde sich weltweit profilieren und vom Imagegewinn profitieren.

Hamburg und Cuxhaven hätten den Vorteil gegenüber Berlin, dass die umfangreichen Vorarbeiten für die Bewerbung um die Spiele 2012 nur aktualisiert werden müssten. Hamburg könne den erwünschten Gegenentwurf zu Gigantismus-Spielen der Vergangenheit liefern, heißt es bei der IHK.

PR-Stratege Andreas Ewald von der Stader Werbeagentur „visi.on GmbH“ erwartet einen riesigen Wirtschafts- und Tourismusschub für die Metropolregion. „Die Herausforderung wird sein, sich auf diesen Ansturm einzustellen“, so Ewald. Konzepte für Unterbringungen, Versorgung, Transport und Logistik müssten her.

„Wenn diese stehen, eröffnen sich völlig neue Vermarktungsmöglichkeiten“, schildert Ewald. Clever wäre es, die Gäste als neue Zielgruppe zu verstehen, die ohne Olympia nicht gekommen wären. Alleinstellungsmerkmale habe die Metropolregion genug, sie müssen nur dem Gast schlüssig dargestellt werden. Ewald: „Dann stehen die Chancen gut, dass der nächste Urlaub in Stade, Buxtehude oder dem Alten Land geplant wird.“

Ende Dezember will der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) beschließen, wer für Deutschland ins Rennen gehen wird - Hamburg oder Berlin? Das IOC entscheidet über den Austragungsort der Spiele im Jahr 2017.

Ohne Bürgerbeteiligung funktioniert in Deutschland jedoch keine Bewerbung. Im April 2015 soll es in Hamburg ein Referendum dazu geben. In aktuellen Umfragen sprechen sich ca. zwei Drittel der Bevölkerung für eine Bewerbung aus.