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Vortrag: Bedroht Gasbohren unser Trinkwasser?

Informierte über die Konsequenzen aus dem Gasbohren: Prof. Wolfgang Calmano (Foto: oh)
(kb). Über die Vor- und Nachteile einer technischen Reinigung des bei Ergasförderung anfallenden Lagerstättenwassers informierte jetzt Prof. Wolfgang Calmano von der TU Hamburg im Plenum der Bügerinitiative (BI) "Kein Fracking in der Heide". Millionen von Kubikmetern dieses schwermetall- und salzverseuchten Wassers werden bei uns in den Boden zurückgepresst – und keiner weiß, wo es überall hinwandern wird. Es sei nicht auszuschließen, dass das Gift in grundwasserführende Schichten eindringt. Ist es da nicht sinnvoller, das Lagerstättenwasser technisch zu reinigen und das Wasser wieder verwenden zu können? Diese und andere Fragen versuchte Calmano zu beantworten.
Der Professor für Wasserchemie gab einen breiten Überblick über die technischen Möglichkeiten, bekannte giftige Stoffe aus dem Lagerstättenwasser herauszufiltern oder das Wasser auf anderen mechanischen bzw. elektrotechnischen Wegen zu säubern.
Der Nachteil vieler dieser technischen Möglichkeiten: Sie brauchen z.T. erhebliche Energie und sie sind teuer. Die Energiebilanz der Erdgasförderung würde durch eine nachhaltige Reinigung der flüssigen Abfälle deutlich schlechter und der Preis des Gases wäre kaum noch konkurrenzfähig, so Calmano. Außerdem bleibe bei Reinigungsverfahren natürlich immer etwas übrig: hochkonzentrierte giftige Feststoffe - Sondermüll besonders schwieriger Art. Prof. Calmano zog dennoch das Fazit: „Lagerstättenwasser muss unbedingt gereinigt werden“ – oder man muss verhindern, dass es gefördert wird."
Für die rund siebzig Zuhörer stand fest: Wir müssen uns von Fracking-Plänen und schmutzigem Erdgas verabschieden. Uns hilft nur eine Energiewende, bei der erneuerbare Energien im Mittelpunkt stehen und Energiesparmöglichkeiten viel weiter ausgereizt werden als bisher.