Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

Wird das Sportzentrum Seevetal auf giftigem Grund gebaut?

Über das Grundstück läuft eine Nassöltransportleitung. Wurde die Fläche 2008 geschädigt?

Ist dort, wo die Gemeinde Seevetal für rund 8 Millionen Euro ein neues Sportzentrum plant, der Boden möglicherweise mit Giftstoffen aus einem Ölunfall kontaminiert?

Das vermutet Renate Maaß vom Sprecherrat der Bürgerinitiative (BI) „Kein Fracking in der Heide“.
mi. Seevetal. Die Umweltschützerin begründet ihre Behauptung mit Unterlagen des Landesbergbauamtes, die auch dem WOCHENBLATT vorliegen. Demnach sind im Bereich am Wittenberge, in der Nähe wo heute das Sportzentrum geplant wird im Mai 2008 aus einer defekten Transportleitung rund 60.000 Liter ölhaltiges Lagerstättenwasser auf einer geschätzten Fläche von 1.000 Quadratmetern ausgelaufen sind. Die Bürgerinitiative vermutet, dass die Fläche noch größer sein könnte und beruft sich auf Augenzeugen, die von ca. 2.000 Quadratmetern kontaminierter Fläche ausgehen. Über das ausgetretene Lagerstättenwasser sei damals nicht informiert worden. „Auch im Umweltbericht der Gemeinde Seevetal sucht man einen Hinweis auf diesen Vorfall vergeblich“, so Renate Maaß.
Die Anfrage der BI beim LBEG habe aber ergeben, dass damals vom Amt eine Bodenanalyse durchgeführt wurde. Die Untersuchung habe lediglich einen erhöhten Salzgehalt im Boden nachgewiesen. Deswegen sei man beim LBEG nach Rücksprache mit dem Verbraucherschutzschutzamt zu dem Schluss gekommen, dass Sanierungsmaßnahmen nicht angebracht sind.
Renate Maaß vermutet allerdings, dass der Boden nach dem Vorfall nicht umfassend genug geprüft wurde und möglicherweise stärker kontaminiert ist, als das LBEG schreibt. „Lagerstättenwasser aus der Erdöl- und Erdgasförderung ist nicht nur extrem salzig, sondern enthält auch Schwermetalle, radioaktive Stoffe und andere gefährliche, zum Teil krebserregende Substanzen“, so die Sprecherin der Bürgerinitiative.
Renate Maaß hat deswegen Seevetals Bürgermeisterin Martina Oertzen (CDU) kontaktiert. Ihre Anfrage sei aber bis heute ohne Reaktion geblieben. Auch der Landkreis Harburg gehe in seiner Stellungnahme zum Bauvorhaben in Fleestedt nicht auf den Unfall und eine eventuelle Bodenkontamination ein. Die für die Leitung zuständige Firma GDF Suez begnügt sich in ihrer Stellungnahme ebenfalls mit einem Hinweis, dass bei den Bauarbeiten auf die über das Grundstück verlaufende Leitung acht zu geben sei.
Renate Maaß: „Die BI wird weiter bei der Gemeinde Seevetal und der Kreisverwaltung auf Antwort drängen, auf welche Stoffe der Boden damals überhaupt untersucht wurde. Damit sich später nicht herausstellt, dass in Seevetal ein Sportzentrum auf besorgniserregendem Grund gebaut wurde.“
• Dass solche Warnungen nicht auf die leichte Schulter zu nehmen sind, zeigt das Beispiel „Dunkenkuhle“ in Tötensen (Rosengarten). Dort wurden auf einer ehemaligen Mülldeponie Häuser und ein Sportplatz gebaut. Ergebnis: Mehrere Häuser sind wegen giftigen Deponiegases unbewohnbar und der Sportplatz massiv geschädigt worden.