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Zu viele Kinder sind zu dick

Kinder brauchen gesundes Essen, um selbst gesund zu bleiben. Hamburger und Pommes frites sollten die Ausnahme bleiben und nicht zur Regel werden (Foto: Fotolia/Viacheslav Iakobchuk)
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Weltgesundheitsorganisation warnt vor Übergewicht bei Kindern und fordert, weltweit dagegen vorzugehen


(ab). Weltweit sind 41 Millionen aller Kinder unter fünf Jahren zu dick. Diese besorgniserregende Zahl hat jetzt die Weltgesundheitsorganisation WHO herausgegeben. Nahezu die Hälfte der zu dicken Kinder (48 Prozent) lebt in Asien, ein Viertel in Afrika, so die Studie. In Deutschland sind laut der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) 15 Prozent aller drei bis 17-Jährigen übergewichtig, jeder zweite bis dritte sogar stark.

Was sind die Ursachen für das steigende Übergewicht? Ein Hauptproblem sieht die WHO im zunehmenden Bewegungsmangel: 60 Minuten am Tag sollen sich Heranwachsende bis zu einem Alter von 17 Jahren bewegen. Laut Studie schaffen 81 Prozent das nicht. Das WOCHENBLATT fragte bei der Hamburger Ernährungswissenschaftlerin Magdalena Polkowski nach. Sie sieht vor allem eine Gefahr in der Kombination aus mangelnder Bewegung und falscher Eränhrung. „Kinder si-tzen zu viel vor dem Fernseher oder dem Computer“, so die Expertin. „Dazu ernähren sie sich zu süß, zu fett und zu oft von Fast Food.“ Auch in Polkowskis Praxis mehrt sich die Zahl übergewichtiger Kinder, die sich häufig in Begleitung übergewichtiger Eltern befinden.

Die Folgen von Übergewicht bei Kindern sind fatal: Wer im Kleinkindalter schon mit zu vielen Kilos kämpft, wird sie auch als Jugendlicher selten los. Viele Studien verweisen darauf, dass aus fettleibigen Kindern häufig übergewichtige Erwachsene werden. Bei stark übergewichtigen Kindern besteht zudem das Risiko, an Zucker und Bluthochdruck zu erkranken. Und die gesundheitlichen Problemen nehmen bei Übergewichtigen im Erwachsenenalter zu.
Die WHO fordert jetzt zum weltweiten gemeinsamen Kampf gegen Übergewicht und Fettleibigkeit bei Kindern auf. Dabei seien u.a. Standards für Schulessen, Maßnahmen wie die Einführung einer Zuckersteuer oder eine Einschränkung der Werbung für ungesunde Nahrungsmittel erforderlich. Vor allem Regierung und Politik seien gefragt, Gesetze einzuführen und deren Einhaltung zu kontrollieren.
Ähnlich sieht es Magdalena Polkowski. „Es muss eine Kennzeichnungspflicht für ungesunde Lebensmittel geben“, fordert sie. „Dann können Eltern auf den ersten Blick erkennen, dass es sich um eine Süßigkeit handelt, und nicht, wie oft von der Werbung suggeriert, um ein gesundes Nahrungsmittel.“

Ihr Tipp: Eltern sollten versuchen, Gemüse schmackhaft zu machen, und bei Kindern für mehr Bewegung sorgen.

Weitere Informationen unter: www.kinderaerzte-im-netz.de, www.bzga-kinderuebergewicht.de oder www.healthcompanyhamburg.de.

Der Body-Mass-Index bei Kindern
Mit dem Body-Mass-Index (BMI) wird errechnet, ob das Kind ein normales oder ein erhöhtes Gewicht hat oder bereits fettleibig (adipös) ist. Er errechnet sich aus Alter, Geschlecht und Größe des Kindes und wird mit den Daten anderer Kinder desselben Alters verglichen. Einen BMI-Rechner gibt es unter www.kinderaerzte-im-netz.de/mediathek/bmi-rechner/. Nach dem Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte hat sich die Gewichtszunahme der unter Fünfjährigen seit den 1980er- und 1990-Jahren verdoppelt.